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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 7 (1885) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
7 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Zorne Gottes Wider die Sünde als einen jüdisch-beschränkten Aber- I glauben, sondern es richtet sich, an solche, welche gerade in Anerkennung des gerechten Zornes Gottes wegen ihrer Sünden in einem Zustande der Hoffnungslosigkeit sich befinden. Indem es die Hülfe verkündet, entdeckt es den ganzen Ernst der Gefahr. Wie hoffnungslos, mußte der Zustand des menschlichen Geschlechtes in Gottes Augen sein, wenn sich kein anderer Weg der Errettung I zeigte, als daß des ewigen Vaters ewiger Sohn als „der Mensch an unserer Statt" der Gerechtigkeit Gottes durch die Darbringung seiner selbst genugthat! Es war deshalb ein grober Mißverstand, wenn Agricola behauptete, daß in der christlichen Kirche nur das Ev. und nicht das Gesetz gepredigt werden solle. Luther beweist in , seinen Disputationen contra Antinomos (Opp. lat. Jen. Tom. I. fol. 518) unwiderleglich, das derjenige das Ev. selbst zunichte i mache und aufhebe, welcher das Gesetz aufhebe; denn da ohne Gesetz die Sünde tot sei (Röm. 7, 8) und Erkenntnis derselben nur aus dem Gesetze fließe (Röm. 3, 20), so folge: wo kein Gesetz, da sei auch keine Sünde; wo aber keine Sünde, da sei auch kein Erlöser von Sünde. 2) Das Evangelium hat aber nicht bloß das Gesetz zu seiner Voraussetzung, sondern auch die Verheißung. Der Grund davon ist dieser: Die Sünde scheidet den Menschen von Gott, seinem ewigen und einzigen Gut, und ein ewiges Gesetz kann für den Übertreter nichts anderes als eine ewige Strafe im Gefolge haben. Soll also die im Ev. verkündete Thatsache dem verlorenen Menschen die Quelle ewiger Freude und Seligkeit werden, so muß sie die That einer ewigen Liebe, die Ausführung eines ewigen und freien Ratschlusses der göttlichen Erbarmung sein. Das Ev. kündigt sich deshalb als die Erfüllung der ewigen Verheißungen Gottes an. Die Verkündigung der Apostel konzentrierte sich in dem Zeugnis, daß Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte und Auferstandene, der von Gott verheißene Messias sei, was am klarsten Paulus vor Agrippa ausspricht (Act. 26, 23: 3, 24. 1. Cor. 15, 3. Röm. 1,1; 16, 25). Der gesamte Bericht der Evangelien will in Jesu die Erfüllung dessen Nachweisen, was Mose und die Propheten geschrieben haben. In gleicher Weise wird in den apostolischen Briefen die Erkenntnis alles dessen, was Gott dem menschlichen Geschlechte in Christo Jesu bereitet hat, auf Grund der Schrift A. T. gelehrt. (Vgl. Conf. Helv. II, Art. 17: Heidelb. Katech. Fr. 19). Kurzsichtige Theologen haben nur zu oft diese durchgängige Rückbeziehung des Evangeliums auf die messianische Verheißung der prophetischen Schriften als eine Akkomodation und menschliche Beschränkung betrachtet. In Wahrheit verhält sich die

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