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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 7 (1885) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
7 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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seiner ewigen Errettung entgegen (Hebr. 1, 3; 2. Cor. 4, 4). Christus ist nicht die Krone am Baum der Menschheit, sondern eine ävatoli} s| vxpovs (ein Aufgang aus der Höhe) — nicht von unten ausgewachsen nach oben, sondern von oben heruntergesenkt in die Tiefe. Er hat seinen Jüngern die Worte gegeben, welche der Vater ihm gegeben hatte (Joh. 17, 8. 14). Und nachdem er zur Rechten des Vaters erhöht war, hat er von dem Vater den Geist gesandt, welcher in gleicher Weise wie der Sohn eine selbständige Person und gleichen Wesens ist mit dem Vater und dem Sohne. Durch diesen Geist unterstützt, haben die Apostel die Botschaft an die Völker ausgerichtet, deren Verkündigung ihnen befohlen war (1. Petr. 1, 12). 2) Eine frohe Botschaft und Nachricht verkündet ein Faktum, ein Ereignis, also etwas, wozu derjenige, dem diese Botschaft gebracht wird, in keiner Weise mitgewirkt hat oder Mitwirken konnte, und was (als ein vollendetes Faktum) auch in keiner Weise mehr eine Thätigkeit oder ein Thun verlangt, vielmehr jedes fernere Thun ausschließt. Insofern steht Ev. in direktem Gegensatz gegen Gesetz. Denn das Gesetz enthält eine Forderung von dem, was geschehen soll: das Ev. dagegen ist lediglich eine Nachricht von dem, was geschehen ist. Hätten die Apostel Christum als die religiöse Vollendung des Menschlichen, welches eben darin das Göttliche ist, oder ein in ihm erschienenes neues Lebensprinzip verkündigt, so enthielte ihre Verkündigung die Forderung an den Menschen, dieser Vollendung nachzustreben oder dies neue Leben in sich aufzunehmen. Das wäre aber keine Botschaft zur Freude, sondern ein Gesetz des Glaubens und Lebens, welches jeden Aufrichtigen entmutigen müßte, da niemand diesem Ideal nachstreben kann, vielmehr auch das Leben der Besten der Sünde verfallen ist. Wäre der „Gottmensch" nur die Blüte unseres Geschlechtes, so gereichte er als solche uns allen nur zum Gericht. Falsch sind also alle Definitionen, nach welchen das Ev. als das höhere Gesetz, als die absolute Religion, als eine neue reinere und höhere Offenbarung und Wahrheit aufgefaßt wird. Ev. ist ausschließlich die Kunde und Botschaft von einer geschehenen Thatsache. 3) Indem aber diese Thatsache als ein heilbringendes Ereignis gemeldet wird, so liegt darin, a. daß der Empfänger dieser Botschaft sich in einem Zustande der Gefahr, Not, Verlegenheit und bangen Erwartung befindet, b. daß das gemeldete Ereignis den Empfänger unmittelbar angeht und ihn aus dem gedachten Zustande in einen Zustand der höchsten Freude, der größten Zuversicht und des beseligendsten Friedens versetzt. Da nun unsere vier Evangelien nach ihrer eigenen Aussage nichts

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