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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 7 (1885) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
7 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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40, 9; 52, 7 und öfter). Auch bei Josephus ist evayyehov sehr gewöhnlich (Act. V, 1, 5; VII, 10, 5; XI, 3, 9; XV, 7, 2 rc.). Wird nun aber auch das Wort von jeder guten Botschaft gebraucht, so steht es doch bereits in den angeführten Stellen des Jesaia i'%oyrjv (vorzugsweise) von der höchsten, umfassendsten und besten Botschaft, von derjenigen nämlich, durch welche dem trostbedürftigen Jerusalem angezeigt wird, daß die Ankunft des Messias bevorstehe. Ferner wird die Predigt, mit welcher der Messias selbst auftreten soll, vom Propheten mit diesem Worte bezeichnet (61, 1). Im Hinblick auf diese Stellen trat in der Fülle der Zeit zuerst Johannes der Täufer als der Verkündiger der Heilsbotschaft auf (Luc. 3, 18). Er predigte in demselben Sinne wie der Engel, der den Hirten auf dem Felde die Kunde von der Geburt des oonijQ (des Heilandes) brachte (Luc. 2, 10: 1, 19). Das Wort wurde sodann von dem Herrn selbst wiederholt gebraucht und findet sich in verschiedenen Wendungen und Verbindungen unzähligemal in den Schriften des N. T. Es bedeutet also im allgemeinen die Predigt von Jesu Christo, dem Sohne Gottes, und alles, was diese Predigt in sich begreift (Röm. 1, 1). So einfach und klar sich aber aus dem N. T. selbst die Bedeutung des Begriffes „ Evangelium" ergiebt, so hat doch grade dieser Begriff die stärksten Mißdeutungen erfahren müssen. In der römisch-katholischen Kirche war das Ev. seinem Begriff und Wesen nach völlig verloren gegangen. Es wurde erst von den Reformatoren als die frohe Botschaft von dem Heile in Christo den Völkern aufs neue verkündigt. In neuerer Zeit will man in anderer Weise das Ev. beseitigen, indem man ein Tugend- und Urbild der Menschheit unter dem Namen Christi aufrichtet, die Verwirklichung der Idee der Menschheit in ihm erblickt und den historischen und göttlichen Charakter der Evangelien zu untergraben sich bemüht, oder indem man unter dem Namen des Evangeliums die Freiheit von jedem Gesetz proklamiert. Diesen Entstellungen gegenüber ist deshalb der Begriff „Ev." genau zu begrenzen und zu bestimmen. EvayyeXiov sagt, nach der formalen Bedeutung des Wortes, folgendes aus: 1) Bei jeder Botschaft ist der Bote nur der Überbringer der Worte eines andern. Demgemäß ist das Ev. die Botschaft des unsichtbaren und ewigen GotteS, die nicht bloß in direktem Auftrag und Befehl Gottes gesandt wird, sondern Gottes eigenstes Wort an die Menschen enthält. Der Vater ist es, welcher seinen ewigen und einigen Sohn als einen Menschen hat geboren werden lassen (Joh. 1, 14): in diesem Sohne strahlt die ganze Herrlichkeit des unsichtbaren Gottes dem sündigen und verlorenen Menschen zu

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