Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 6 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Tauchet in den Lebensstrom hinein, All' ihr Kranken! Hier könnt ihr genesen. Dieses Wasser schafft ein neues Wesen, Wäscht von allem, was bsfleckte, rein. Keine Schmerzen sollen mehr euch drücken; Nichts soll euch der Seligkeit entrücken. Nach der Nacht ein lichter Tag ist da. Nun, so kommt nach Golgatha! So leidet ein Christ. Bei der im August des vorigen Jahres zu Marburg abgehaltenen reformierten Konferenz verlas Professor Ebrard von Erlangen zwei Briefe, welche in den Jahren 1708 und 1709 von gefangenen Hugenotten in Marseille an den damaligen französischreformierten Pfarrer in Erlangen gerichtet wurden. Diese köstlichen Zeugnisse evangelischer Glaubenstreue sind in den gedruckten Konferenzverhandlungen (vgl. S. 32 d. Bl.) veröffentlicht worden. Aus dem zweiten Schreiben wollen wir einige Stellen hierher setzen: „Was unsere persönliche Befreiung betrifft, so sind wir ihrethalben ganz ruhig. Ob Gott uns in Freiheit setzen, oder ob er von uns in den Ketten gepriesen werden will — was kümmert uns das? . . Da Christus unser großer Lohn ist, so macht uns die Knechtschaft keinen Kummer. Diente doch Jakob 14 Jahre um Rahel, und es däuchten ihm dieselben wie wenige Tage, so lieb hatte er sie. Wieviel mehr Ursache haben wir, unsere Knechtschaft süß zy finden! Denn was hatte der Lohn Jakobs, das dem unseren nahe käme, und was hatte Rahel für eine Liebenswürdigkeit, die in Vergleich kommen könnte mit dem himmlischen Gegenstände, der unsere Herzen entzündet? Sie hatte nichts gethan für Jakob, aber unser Jesus hat soviel gethan für uns! Er hat sein kostbares Blut vergossen, um uns frei zu kaufen, hat den Tod erduldet, und zwar den Tod am Kreuze, um uns zu erlösen vom ewigen Tode und mit ihm zu vereinigen. Müßte man denn nicht ein großes Maß von Stumpfsinn oder vielmehr von Undankbarkeit haben, um nicht durchdrungen zu sein von so viel Güte unseres Gottes und ihm Liebe und Gehorsam zu verweigern? Er hat uns berufen, zu leiden um des Bekenntnisses seines Namens willen: warum sollten wir es nicht mit Freuden thun? Mag er es nun für heilsam finden, uns zu befreien oder unsere Qualen zu verlängern: wir werden ihn darum nicht weniger lieben . . . Man verdoppelt uns die Zahl der Ziegelsteine (2. Mos. 5, 7 ff.), aber man hat gut machen! Derjenige, der in uns angefangen hat das gute Werk, wird uns aufrecht erhalten bis ans Ende . . . Wir