Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 4 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554892-2554897--08366-2564391- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 ich habe schon öfter, . wenn ich den Schulfeierlichkeiten beigewohnt und die schönen geistlichen Lieder mitgesungen hatte, zu meinem Manne und meinen Kindern gesagt: „Wie glücklich sind doch die Christen, daß sie an eine Versöhnung mit Gott glauben können!" Ich hoffe, daß diese Stunde und mein und seiner Gattin Wort in der Todesstunde des wackern Mannes nicht ohne Frucht und Wirkung gewesen sind. Denn er hat nicht widersprochen, und der Herr Christus sagt: „Wer nicht wider mich ist, der ist für mich!" O, so laßt das Wort vom Karfreitage des Jahres 33 nach Christi Geburt, von jenem Opfertage des Lammes Gottes, von welchem Jesaia Kap. 53 geweissagt hat, das Wort des Fluchs: „Sein Blut über uns und unsre Kinder", sich auch für euch und eure Kinder in Heil und Segen verwandeln! — Noch steht die Thür zum Vaterhause und Vaterherzen Gottes offen! Noch ist Raum da im Himmelssaal! Noch ist Jesus Christus derselbe, wie gestern und heute, so auch in Ewigkeit! (Hebr. 13, 8.) Kommt zu Ihm, bußfertig, vertrauensvoll! Er ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für unsere, sondern für die der ganzen Welt! Er weist euch sicherlich nicht ab, denn er hat ja selber gesagt: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke, und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! . . . Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!" Wilh. August Bernhard. Der wichtigste Ausspruch des Ueuen Testaments. Als solcher darf wohl das Wort Joh. 3, 16 angesehen werden: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Da haben wir eine Bibel und namentlich ein Neues Testament im kleinen. Zum Lobe dieser Stelle ist schon viel gesagt worden. Im folgenden sind einige solcher Urteile und andere Beiträge zur Würdigung von Joh. 3, 16 zusammengestellt. Luther meint, der Spruch sei es wohl wert, daß ein Mensch von Rom nach Jerusalem auf seinen Knieen rutsche, um ihn sich dort zu holen. — Kurfürst Friedrich von Sachsen veranlaßte seinen Hofprediger Spalatin dies Wort mit großen Buchstaben auf eine Tafel zu schreiben, die er dann an das Fußende seines Bettes hängen ließ. Er wollte sie in der Todesnot, wenn er nicht mehr reden oder hören könnte, anschauen und' sich