Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 4 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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dabei Gottes herzlicher Barmherzigkeit und des offenen Himmels getrösten. Auch Johann Friedrich von Sachsen und Friedrich II. von Dänemark haben sich sterbend an unserem Spruch erquickt. — Herzog Ernst III. von Sachsen-Gotha sagte kurz vor seinem Ende: „Ich wollte den einzigen Spruch nicht für die ganze Welt, ja — nicht um tausend Welten geben, weil er ein solcher Glaubensgrund ist, daß ihn auch der stärkste Teufel nicht umstoßen kann." — Als man Nikolaus Hunnius in Lübeck fragte, ob er sich dieses Spruches beständig getrösten wolle, erwiderte er: „In allewege, denn das ist das Prinzipal". — Spener hat in Frankfurt über den Einen Vers vier Jahre hintereinander gepredigt. Im ersten Jahre beschränkte er sich auf den Anfang: Also hat Gott die Welt geliebt. Im zweiten fügte er das zunächst Folgende hinzu: Daß er seinen eingeborenen Sohn gab. Das dritte Jahr war der Betrachtung der ersten Hälfte des Zwecksatzes gewidmet: Auf daß alle, die an ihn glauben. Im vierten Jahr machte der Prediger den Schluß mit dem: Nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. — Ein englischer Missionar predigte einst in einer großen chinesischen Stadt über Joh. 3, 16. Unter seinen Zuhörern befand sich ein Greis von 75 Jahren. Als derselbe die Verkündigung der unbegreiflichen Liebe Gottes hörte, sprang er auf, klatschte in die Hände und rief: „Dank, Dank! Das ist es, wonach ich seit Jahren mich gesehnt und um was ich so lange gebetet habe." Man hielt ihn für einen Verrückten und wollte ihn niederwerfen. Aber er erklärte: „Verrückt bin ich nicht, sondern hocherfreut, daß ich jetzt habe, was ich brauche." Nach Verfluß eines halben Jahres konnte der Greis getauft werden. Da erzählte er der Gemeinde folgendes: „Schon im Alter von 25 Jahren erkannte ich, daß der Götzendienst nichts sei. Ich mühte mich nun 2 Jahre lang ab, von der Sonne Frieden zu erlangen. Dann versuchte ich es mit dem Monde — 12 Monate lang. Jetzt wandte ich mich an die flimmernden Sterne. Es war ebenso vergeblich. Endlich warf ich mich auf den Boden und schrie: „O, wenn es einen Herrn über den Sternen giebt, so offenbare Dich mir!" Viele Jahre vergingen. Nun ist endlich der Missionar gekommen und hat von dem großen Gott erzählt, der die Welt liebt. Das war's, was ich brauche. Jetzt ist die Last von mir genommen." — Ein junger Zigeuner lag schwer krank darnieder. Der christliche Besucher rief ihm Joh. 3, 16 fünfmal langsam ins Ohr. Bei der sechsten Wiederholung öffnete der Leidende die Augen und lächelte. Dann vernahm der Fremde folgende in Flüsterton gesprochene Worte: „Und ich habe ihm nie gedankt! Aber niemand hat mir's je gesagt