Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 4 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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hinunter zum Schacherjuden und Güterschlächter, der den deutschen Bauernstand ruiniert, in Vergessenheit zu geraten, sicherlich zu ihrem eignen und des ganzen Volkes Verderben. Der Geiz und die Habsucht sind der schnödeste Götzendienst. Der Tanz um das goldene Kalb bringt noch heute, wie damals am Sinai, Unheil und Unsegen. „Niemand lebet davon, daß er viele Güter hat", sagt warnend Gottes Wort. Dieser Bann der goldenen Bande ist es auch vornehmlich, was viele, ja die allermeisten von euch, ihr Söhne und Töchter Israels, an eurem wahren Glauben und ewigen Heile hindert. — O beherziget, was euer bester Freund, Jesus Christus, der so oft die „Mühseligen und Beladenen" eures Volkes mit herzbeweglichen Worten der Liebe zu sich rief und um sich sammeln wollte, „wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel", euch und uns und aller Welt zuruft: „Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben» oder dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon!" Wer groß nnd allmächtig ist der Herr, und unermeßlich, unergründlich sein Erbarmen gegen alle rettungsbedürftigen und rettungswilligen Sünder. Von ihm bezeugt Paulus Röm. 8: „Der seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns in ihm nicht alles schenken?" Er will, nach eures Propheten Wort, nicht des Sünders Tod und Verderben, sondern, daß er sich bekehre und lebe. Er will und kann auch blutrote Sünden schneeweiß waschen, kann und will den Fluch und Bann der schwersten und verdammlichsten Blutschuld hinwegthun und in Heil und Segen verwandeln durch — das Blut der Versöhnung. Denn der Jünger der Liebe, Johannes, Zebedäus' Sohn von Bethsaida, ruft es euch und aller Welt zu: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden." Es war am Karfreitag 1883, als ich aus der Trinitatiskirche in Breslau kam. Mein Herz war voll des Trostes der Versöhnung für meine Sünden, den ich durch das Wort vom Kreuz und den Genuß des heiligen Abendmahls empfangen. Wie freute es mich da, daß ich einer jüdischen Familie dies Wort des ewigen Lebens verkündigen durfte! Der Vater, ein altgläubiger Jude, war ein Todeskandidat; er ist wenige Monate darauf zu seinen Vätern versammelt worden. Die Frau und ihre Kinder waren sog. Reformjuden, die an Wunder nicht glaubten. Ws ich aber herzliche Worte der Liebe mit ihnen redete, kamen der Frau doch die Thränen in die Augen, und sie sagte mir: „Ich will's Ihnen nur gestehen: