Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 4 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wilberforce zu seinem großen Werke der Sklavenbefreinng und zum siegreichen Ausharren, bis er's errungen und durchgesetzt Hatte? Nichts andres als der Geist, die Liebe, das Vorbild, der Befehl Jesu Christi und seiner Apostel. Was hat in unserm Jahrhundert so viele Inseln der Südsee, die einst von elenden Kannibalen und Lüstlingen bewohnt waren, welche sich unter einander auffraßen und von ihren Lüsten gefressen wurden, umgewandelt in paradiesische Stätten des Friedens, der Gesittung, der Volkswohlfahrt, des Familienglücks? Das Evangelium Jesu Christi. — Wem verdankt ihr selber, Söhne und Töchter Israels, die Verbesserung eurer Lage in politischer und sozialer Hinsicht, die Abstellung der Härten und Ungerechtigkeiten früherer Jahrhunderte? Niemandem anders als Jesu Christo, dessen Geist und Grundsätze das Salz aller heilsamen Reformen, aller wirklich guten Gesetze in unserer Zeit sind (denn an schlechten ist auch kein Mangel). Dies bedenket, dies erkennet rückhaltslos, freudig, dankbar an! Erkennet es, daß ihr, wie wir alle, keinen bessern Freund, keinen mächtigeren Beschützer, keinen größern und edlern Wohlthäter habt, als Jesum von Nazareth! Erkennet aber auch, daß Er in der That es ist (die Vergleichung des Alten mit dem Neuen Testamente wird es euch zeigen), auf welchen eure Väter als auf ihren Messias, ihren Gesalbten, ihren Befreier harrten, welchen euer großer Gesetzgeber und alle Propheten so deutlich vorausschauten, so klar vorherverkündigten, daß man Jesaia und Daniel, Micha und Sacharja wohl die vier Evangelistendes alten Bundes nennen könnte! Doch was ist sein Dank und Lohn dafür gewesen? — Soll ich euch daran erinnern, was eure Väter, von blindfanatischen Pharisäern und heuchlerischen Sadducäern verführt und irregeleitet, ihm Leides gethan, — wie sie den besten Sohn ihres Volkes verwarfen, wie sie seine zahllosen Wohlthaten und Liebesbeweise mit Undank lohnten, seine liebreichen, weisheitsvollen Worte verachteten, seine Bitten, Mahnungen, Warnungen, ja seine Thränen, seine Ankündigungen heranschreitender Gottesgerichte verhöhnten und in den Wind schlugen? — Ich will es nicht thun, — wenigstens nicht anders, als mit dem liebreich entschuldigenden Worte des Petrus Apostelgesch. 3, 17: „Nun, liebe Brüderlich weiß, daß ihr es aus Unwissenheit gethan habt, wie auch eure Obersten!" Nur an Eins laßt mich euch mahnen, an das verhängnisvolle Wort aus eurer Väter Munde, welches oben an der Spitze dieses Blattes steht: „Sein Blut (komme) über uns und unsere Kinder!"