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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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188 flnßreichcr jüdischer Gemeinden aus Elementen, welche die Provinz oder das Ausland herbeigeführt hat, führen eine so beredte Sprache, daß nun Vieles in der Gegenwart verständlich wird. Die Juden Preußens sind vor Allem Städtebewohner und ganz überwiegend Kaufleute. Die Vortheile dieser ihrer sozialen Stellung treten überall zu Tage. Sie sind weit mehr als die alle Stände anfüllende christliche Bevölkerung im Stande, ihre Kinder zu pflegen; und so starben von je 1000 ehelichen Knaben 247 evangelische, 242 katholische, aber nur 186 jüdische; ähnlich steht es mit den Mädchen. Auch die Zahl der Todtgeborenen ist bei de» Juden geringer. Dagegen ist die Zahl der aus Ehen von Christen und Juden geborenen Kinder sehr klein, fast dreimal so klein als ans rein christlichen oder rein jüdischen Ehen. Die Kastenverhältnisse der Juden machen sich sodann besonders im Gebiete der Rechtspflege bemerklich. Wie die Kauflcute und die in besseren Verhältnissen lebenden Städter überhaupt, so. ist die Zahl der gerichtlich Verurtheilten unter ihnen eine kleinere, als unter den Christen, deren geringere Klassen zumal viel größeren Versuchungen ausgesetzt sind. Eben daher kamen auf die bunt gemischte christliche Bevölkerung im deutschen Reiche unter 100 000 Religionsgenossen 712 Verurtheilte, unter den Juden dagegen nur 617. Ebenso fehlen unter ihnen, wie unter den entsprechenden christlichen Klassen in ähnlicher Weise, die Verbrechen des Mordes, des Kindesmordes, der Gewalt, und auch Diebstahl ist nicht so häufig. Das Kastenartige des jüdischen Stammes bringt es dagegen mit sich, daß die Vergehen und Verbrechen eines Handelsvolkes unter ihnen sehr im Schwange sind. Die gemischte christliche Bevölkerung hatte Verurtheilungen wegen Hehlerei nur 17 aufzuweiscn, die jüdische 27, jene wegen Betruges 63/io/ die jüdische 12, jene wegen betrüglichen Bankerotts 0,3, diese 3,4, jene wegen einfachen Bankerotts 0,8, diese dagegen 18, wegen Ehrverletzung hier 82, dort 123. Besonders schlimm beeinflußt das Handelsleben den religiösen Sinn, denn die Zahl der Meineide unter den Juden ist wahrhaft erschrecklich; unter Christen Verurtheilungen 2,2, unter Juden 7,1. Treue und Glauben haben den Menschen und Gott gegenüber, das sagen diese Zahlen, bei den Juden dadurch empfindlich

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