Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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185 so werden beide auf immer mit einander in die Grube fahren, und nach dem verwüstenden Wetter die Sonne um so reiner, fruchtbarer und ewiger leuchten. Inzwischen ist es nöthig und wichtig für die, welche haben, zu halten, was sie haben, und denen, die nicht haben, durch einfaches Bekenntniß zu geben und sie durch duldende Liebe einzuladen. Ernsthafte Vertheidigung der Sache ist nicht Schmähung der Person; und der Christ befleißigt sich mit seinem Erlöser die Sünder und die Abtrünnigen zu lieben. Er opfert sich selbst, indem er bekennt, und ihm sind die getauften Ungläubigen, wie die Ungetauften Gegenstände einer wehmüthigen Theilnahme, für die sie ihm leider auch keinen Dank wissen. Er verwechselt durchaus nicht die äußerlichen Rechte der verschiedenen Menschenarten, wie sie bestimmt sind und bis auf Weiteres bestimmt bleiben müssen, aber er wünscht ihnen Allen das innere Recht der Kindschaft mitzutheilen, nach dessen Allgemeinheit sich das Aeußere von selber findet. Arm und gedrückt um ihretwillen, sucht er sich in der Demuth zu befestigen durch den Gedanken seines Nichtverdienstes und muß leider durch das Unglück derer, die er retten möchte, seine Hoffnung gestärkt fühlen. Noch einmal: der Christenheit ist die Herrschaft über die kultivirte Erde verliehen und der Judenschaft nicht, so lange, bis jene ihren innern Vorzug vollends verliert und diese eben deswegen neben ihr aufsteigt. Durch osfenbarungswidrigen Philosophismus haben die zum Christenthum bekehrten Heidenvölker, nämlich wir, denen sich verähnlicht, welche nicht an Jesum Christum glaubten; die Letzteren haben mit Aufgabe ihrer ohnehin veralteten Form dasjenige angenommen, was wir noch von Christo übrig ließen, und sich mit uns in's Nichts ausgedehnt. Von dieser innetn Gleichstellung, aus unscrm Willen entsprungen, rührt die Möglichkeit des Erfolges ihres Strebens nach äußerer Gleichheit her; und sie werden über diesen Jndifferenzpunkt hinaus dann überwinden, wann wir erst geistlich ganz unterlegen sind. Sie werden nämlich alsdann den inwendigen Schatz empfangen, welchen wir verschmähen. Sie werden ihn ausbreiten über aller Welt Enden und nicht mehr ihre Nation nach dem Fleisch, sondern nur ihre Erwählung in Christo kennen, zu der durch sie alle Heiden berufen werden. Dann werden wir von einem andern Jerusalem lesen, und es werden nun nicht Theil haben können an der heiligen Stadt Jene, die