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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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184 in die Fesseln der äußeren Sittlichkeit zu schmieden; und die Richter auf Erden glauben am Ende genug gethan zu haben, wenn sie den bürgerlichen Wagen mit eisernen Nägeln beschlagen, daß er in seinem Gleise sortrollt. Unsere Wissenschaft ist so hoch gestiegen, daß sie Alles geformt unter sich gebracht hat und nichts zu predigen weiß, als was man nicht hält; und so bemühen sich Staat und Kirche umsonst, sich endlich des SeufzenS zu erwehren, das aus einem immer neu sich trübenden Himmel über sie regnet. Der Regent muß ein Zuchtmeister sein, dem man keinen Dank weiß, weil der Lehrer kein Vater in Christo mehr ist; und die unzufriedenen Völker rechten mit einander über die Schätze der Vergänglichkeit. Der Christ kehrt zu seiner alten Heidennatur in der Gestalt griechischer Bildung zurück, der Jude schätzt sich's zur Ehre, ihm zu gleichen; Alle streben nach immer höherer Steigerung des Sinnlichen und wundern sich, daß im Schovß des Genusses Niemand glücklich, und daß alle vortrefflichen Anstalten dennoch unzulänglich zur allgemeinen Verbesserung der Dinge sind. Wir sollen darum doch weder verzweifeln noch laß werden. Alle gutwillige Wirksamkeit hat ihre guten Folgen; aller Segen, den der Liebende umsonst ausspricht, fällt wenigstens auf ihn zurück. Alle zerstörenden Uebergänge sind von bleibendem Nutzen für das Unzerstörbare. Wenn durch Leugnung und Unglaube die Wahrheit sinkt, so zerscheitert auch das Falschpositive, das den Gipfel seines Unrechtes erstiegen hatte, ohne jemals dauernd wieder aufsteigen zu können. Wie die Juden mehrere vergebliche Versuche machten, ihren entweihten Tempel nach seiner letzten Zerstörung wieder aufzubauen: so kann der einmal ausgerottete Aberglaube und der einmal zernichtete Unglaube nie wieder solche Wurzel fassen, daß er einen zweiten Sommer lebte, wenn er auch bei unnatürlicher Witterung furchtbar lange Wasserschößlinge triebe. Die Götterwelt Griechenlands und Roms ist gefallen, und Julians Versuch einer philosophischen Apotheose dieser Schattenbilder ging mit ihm selbst zu Grunde. Die Klugheit Athens ist dahin, und von unfern philosophischen Systemen hat eins das andere begraben. Wenn das Wort der Wahrheit noch immer nicht neu fassen will; wenn endlich höllischer Aberglaube dem weitverbreiteten, sinnlichen Unglauben die Krone aufsetzen und einen Bund mit ihm begehen würde, um die letzten Funken des offenbarten Lichtes auszulöschen,

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