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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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183 Verheißung gemäß ein Volk beruft, welches wir unrein achten, um mit den wenigen Eiferern in der Christenheit Herold seines ewigen Lichtes zu sein? und es alsdann mit den äußeren Hilfsmitteln unterstützt, welche es jetzt noch vergeblich zu bloS irdischen Absichten zu erringen sucht? Wir werden ihm dann nichts mehr vorenthalten können, so wenig wir befugt sind, ihm jetzt zu geben, was ihm noch nicht frommt, und was uns anvertraut ist, nur das Reich Gottes geistlich zu nehmen, wo dann das Andere alles hinzufällt. Es ist der Grundstein und das Hauptwort der Offenbarung, daß der Herr kommt. Wir sind auch gewarnt, um der langen Zeit willen nicht zu fragen: Wo bleibt die Verheißung seiner Zukunft? Wie in dieser achtzehnhundertjährigen Adventszeit gleichwohl immer nur Boten mit diesem Zuruf daherflogen, wie jede Begebenheit der neueren Geschichte ein solcher Bote ist, und wie das verborgene Geschrei nie stärker war als in unseren Tagen, das sieht und hört nur ein geistlicher Mensch; aber mit so tiefer Wehmuth der Liebe über die Nichtsehenden und Nichthörendcn und über das Ausbleiben der ersehnten gewissen Zeit, daß ihm mit Hiob die Nieren in seinem Schooße verschmachten. Alsdann werden deine Mauern, Jerusalem, gebaut werden; nicht wie ein Mendelsohn sie bauen wollte und die irren Getauften ihm vergeblichen Vorschuß leisteten, sondern mit Gnade und Wahrheit. Alsdann wird der Ruf ertönen: »Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!« Alsdann wird über die drei Ringe kein Streit mehr sein, Moral und Glaube nicht mehr mit einander hadern; alsdann wird Staat und Kirche nicht mehr sich auseinanderzuwirren trachten, noch die Frage vermögen, wer mehr sei? Denn wären, seit das Christenthum auf die Throne stieg, die Fürsten der Erde Hohepriester und Apostel Gottes gewesen, und die Völker hätten ihnen zu diesem höchsten aller Herrscherzwecke, dem Dienst Gottes und seines Gesalbten für die Beseligung aller Kreatur, willig gehorcht und kein Hinderniß in den Weg gelegt durch eigene Verdorbenheit und Beharrlichkeit im Bösen: wahrlich, so wäre seitdem der Staat Gottes auf Erden vorhanden, die Welt wäre Kirche und die Kirche Welt. So aber sieht die allerbeste Obrigkeit nur beständig die Aufgabe vor sich, die Unempfänglichen für die inwendige Bekehrung

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