Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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182 was das Erstaunenswürdigste ist, so haben von jeher unter Mohammedanern und Juden viele Einzelne die alleinige Aechthcit des christlichen Edelsteins erkannt, sind aber schon verschlossen geblieben, nicht blos, um der Gefahr der Wahrheit für ihre Person auszuweichen, sondern weil sie zugleich einsahen, daß die Zeit der allgemeinen Erleuchtung und Sammlung noch nicht gekommen und sie inzwischen als Miethlinge Gottes die nähere Heerde zu hüten hätten, bis der Hirte käme, und als Salzkörner ausgestreut seien, die irdische Masse ihres Volkes vor gänzlicher Fäulniß zu bewahren. Wollen wir hierbei das Geheimniß Gottes tadeln oder ausklügeln? Wollen wir ihn schelten, daß er unbarmherzig sei? Mit Nichten, sondern er hat einem jeden Sohn einen Ring gegeben, ihn an sich zu fesseln und, sobald er ihm Zweifel und Prediger sendete, von dem Begriff eines wünschenswerthen Kleinods der Wahrheit aus das Aechte finden zu lassen, das ihm dann angeboten würde. Denn wer glaubt, ist fähig, mehr zu glauben; wer aber nicht hat, dem wird auch genommen, was er hat. Wiederum, wer gar nicht glaubt, ist fähig, den Glauben aufznnehmen; wer aber halb glaubt an das Aechte. der täuscht sich und greift wieder nach dem Nichts. Gott hat sich nirgends unbezeugt gelassen, er ist nicht fern von einem Jeglichen geblieben, daß sie den Herren suchen sollten, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten; und den Besitzern des Geheimnisses Gottes, den Christen, kam es zu, nicht mit Druck und Zwang, nicht mit Feuer und Schwert, sondern mit der Kraft des Geistes, der Liebe den unbekannten Gott und Heiland unter den Unwissenden zu verkündigen. Christus Jesus, der heute ist wie gestern und in Ewigkeit, würde ihrem Glauben und Eifer Zeichen und Wunder haben folgen lassen, wie seinen ersten Aposteln, und hat es auch gethan. Aber seitdem durch Nathan den Weisen und seine Genossen alle Mission für überflüssig erklärt war, und nachdem man schon weit früher die Verkündigung des Erlösungswerkes eben so schläfrig als verkehrt betrieb, und in's alte Testament und Heidenthum zurückkehrte, indem man das geistliche Glück dem Besitz äußerer Güter und Gewalt unterordnete und anstatt der Wiedergeburt zum heiligen Leben Beispiele des äußersten Verderbens, der Laster und Grausamkeit gab: was Wunder, wenn endlich Gott dreinschaut und seiner