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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 21

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Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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181 jener Allglaube eingetreten, der nicht blos nach Eingebung des besseren Zeitgeistes zu verfolgen aufhört, sondern auch alles Positive als gleichgültige Gestaltung des Unendlichen, als Gedicht behandelt. Wie großen Theil hieran die von Lessing oder gar von Mendelsohn unglücklicherweise aufgebundene Fabel von den drei Ringen hatte, werden diejenigen wissen, welche die Geschichte der neueren Aufklärung mit erlebt haben. Eine vortreffliche Fabel und von tieferer Wahrheit, als Lessing und der Erfinder selbst verstand. Nämlich, daß der Glaube sich durch Werke beurkunden müsse, und daß der Sohn, der nach dem Evangelium »Nein!« sagte und doch hinging, besser ist als der, welcher »Ja!« sagte und nicht hinging. Dieses ist weder das Tiefste noch das Neuste dabei. Aber das bei gleichen Geboten der Moral, bei scheinbar gleicher Begünstigung der Söhne, doch nur ei» Edelstein die vollkommene Kraft mittheilt, Werke zu schaffen, seinen Inhaber verneuert und seinen Willen verwandelt, ihn göttlicher Natur theilhaftig macht: das ist es, was allerdings nur das erleuchtete Kennerauge erblickt. Wir wollen uns nicht unser selbst rühmen, wie wir heute sind. Wir wollen auch nicht die ältere Geschichte der Christenheit als das Reich Gottes preisen. Dieses war immer nur in den Herzen und Thaten von wenigen Auserwählten wahrhaft vorhanden; und je vollkommener sie sich fühlten, je gebeugter sie bekannten, daß ihr Glaube und seine Früchte nur das Werk der göttlichen Gnade seien, desto härter wurden sie geschmäht und gehaßt. Umgekehrt waren sie die Duldsamsten und luden nur die Andersglaubenden zum Mitbesitz ihres Kleinods ein; zugleich überzeugt, daß wenn sich diese nur wahrhaft des Guten und der Demuth befleißigten, sie endlich mit ihnen Zusammentreffen, ja, daß sie endlich noch Alle der alleinigen guten Gabe theilhaftig werden würden, wie ihr Christus ein Herr der ganzen Menschheit werden müsse. Wenn oftmals der Jude und der Moslem den Christen beschämte im äußern Wandel, in der Liebe und in der Anhänglichkeit an sein Heiligthnm, so zeigte sich doch die Macht, des Vaters Willen zu erfüllen und Kinder des Höchsten zu sein, vorragend über alle Völker und Religionen in der Christenheit; und man muß Reisende hören, welche die Länder der Jsmaeliten und der Heiden durchwandert sind, welcher Unterschied ist zwischen dort und hier. Ja

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