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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 20

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Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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180 züchtigt und uns befohlen sind, mehr durch das Beispiel unseres Unglaubens, als durch äußere Nachtheile mißhandeln. Was sollen sie denn werden, wenn sie zu uns übergehen? Ich wüßte nicht. Wir thäten besser, zu ihnen überzugehen, um wieder den mosaischen Gott zu bekommen, wenn sie ihn noch haben. Denn der unsrige, nämlich den man jetzt haben will, ist keiner, wenn St. Johannes Recht hat. Aber wie durch der Juden Unglauben den Heiden Heil widerfahren ist, so wird endlich auch ihnen Heil widerfahren durch der Heiden Unglauben. Ein Volk muß Gott haben; der Selbstgenugsame ist so die Liebe, daß er eine Familie, die ihn Vater nennt, nicht entbehren kann. Das Licht kam von den Juden zu uns; es wird sich von uns wieder zu ihnen wenden. Unsere Nachkommen werden sich glücklich schätzen, ihre Brüder und Kinder in Christo zu sein. Keine Weissagung der heiligen Schrift ist gewisser und klarer als diese. Wer sich davon überzeugen will, der lese das vom Herausgeber dieses bearbeitete Werk des P. Lambert: »Weissagungen und Verheißungen der Kirche Jesu Christi auf die letzten Zeiten der Heiden gegeben. Nürnberg bei Schräg, 1818.« In demselben ist alles dargethan, was uns, nach dem Rathe des Apostels, zur Furcht und zum Bleiben an der Güte bewegen kann. Es haben sich sehr anständige Leute nach Lesung dieses Bnches gewundert, daß die deutlichsten und gewissesten Wahrheiten der Schrift so sehr verkannt und vergessen sind. Wir setzen hinzu, daß nur diese Erkenntniß fähig macht, das Räthsel des jetzigen Judenthums aufzulösen und dieser Nation oder Religionsgesellschaft nicht mehr und nicht weniger zu geben, als ihr gebührt. In welchem seltsamen Zustand sie ist, fühlt sie selbst und verfällt darüber, durch ihren und unfern Unglauben geirrt, auf die sonderbarsten Erklärungen und Erwartungen. Sie weiß nicht, was leiblich und geistlich aus ihr werden soll, weil sie es weder bei sich noch bei uns mehr hört, und klagt deswegen blos über Versagung irdischer Rechte. Zur Zeit, wo die Juden in schwerem Druck waren, waren sie, um das Heiligthum ihrer Thora gesammelt, zufriedener als jetzt. Seitdem sie in das bequeme äußere Leben der Christenwelt eingeflochten sind, wundern sie sich, daß diese noch einen Unterschied machen könne. Ehedem stritten sie für die Wahrheit und Reinheit ihres Glaubens und hörten streiten wider sich für den christlichen. Jetzt ist allerwärts

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