Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 Schritte vorwärts im Heiligthum sieht. Aber es würde ermüdend für Schreiber und Leser sein, umständlicher zu zeigen, wie Mendelsohns Buch in großer Inkonsequenz mit sich selbst das Judenthum zu verewigen sucht und zernichtet, sein und des Christenthums Wesen zu verschieben und zu verrücken und Kirche, Synagoge und Moschee (nach dem beliebten Räthsel von den drei Ringen!) auf gleiche Linie zu stellen bemüht ist; wie dieses wortreiche, oft scharf logische und darum in Glaubenssachen unzureichende Gerede spitzfindig spaltet, was zusammengehört, scheinbar verknüpft, was auseinander liegt, Offenbarung und Vernunft zu einem ungenießbaren Mittelding verknötet und aus Dogmatik, Toleranz und Unglauben ernsthafte Arabesken zur Einfassung eines staatsklugen Jndifferentismus zusammenwebt. Haman hat heller hier hineingeleuchtet, als wir es vermögen, und als es zum zweiten Mal nöthig ist. Weil man aber nur gewöhnlich den Philosophen Mendelsohn kennt, so ist es nützlich, auch auf die Seite seines starren Rabbinismus aufmerksam zu machen, der wenigstens da, wo es die Zernichtung des allein möglichen Vorrangs des Christenthums gilt, sich mit tüchtigen Hörnern waffnet. — Auch damit man nicht glaube, Mendelsohn habe nur in seinem neuerbauten Jerusalem das Experiment gemacht, so wollen wir ein paar merkwürdige Stellen aus seiner Uebersetzung der mosaischen Bücher hervorziehen. Da steht wieder der Jude neben dem Deisten, da steht wieder der, welcher behauptet, die mosaische Gesetzgebung sei zwar übernatürlich, aber keine Offenbarung; der Mann, der das Gesetz (es ist ja eine Moral) hart verkeilen will, daß es nicht umfalle, aber vom Gesalbten sagt: Ich mag ihn nicht! .2. Mose 23, 20. 21, wo es heißt: »Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe. Darum hüte dich vor seinem Angesicht und gehorche seiner Stimme und erbittere ihn nicht (oder sei nicht widerspenstig gegen ihn), denn er wird euer Uebertreten nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm.« Da übersetzt Mendelsohn die letzten Worte: »Mein Name ist auch in ihm,« mit der eingeschalteten Erklärung: »Er thut Alles in meinem Namen und auf meinen Befehl«. Ferner Kapitel 33, 14, wo es heißt: »Mein Angesicht soll gehen, damit will ich dich leiten« 12