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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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176 in die Truggewinde der Vernunft, aus denen er sich, wie Alle seinesgleichen, durch nichts herauszuflechten wußte, als durch ei« Kannsein und Mußsein ohne Brief und Siegel; behaglich in der Selbstgefälligkeit des eigenen Denkens und Wähnens; auf der andern Seite ganz Jude und des Judenthums Advokat; eitel durch Lob und gelehrte Freundschaften, gehoben durch den Ton der Zeit und so bei ganz leidlichem Willen ohne alle gründliche Selbsterkenntniß, ohne wahre Tiefe, die niemals in der tiefen Glyptik der Verzierungen sitzen kann, wurde Mendclsohn ein Repräsentant verworrener Afterwcisheit aus allerlei Systemen, wie es — oh, man schreie doch nicht! — in seiner Art und viel bedeutender weiland Mohammed gewesen war. Wir sagen in der That nicht zuviel: In den Zeiten des Glaubens und der Kraft wird aus einem konfusen Enthusiasten ein falscher Prophet; in Zeiten des Unglaubens, der schwächlichen Aufklärung und Entnervung wird aus einem ähnlich Begeisterten ein Sophist. Beide haben Geister der Lüge. Mendelsohn war gleichsam der Wendepunkt des Judenthums von der talmudischen Orthodoxie zur Halbheit, ein Stein des Aergernisses für das alte und neue Israel und dabei des Aufstehens des ersteren zu äußerlicher Würde, Civilisirung oder auch Anmaßung. Die rechtgläubigen Juden ließen ihn stehen, weil er ihrem Volke nützte und sie ihn nicht verstanden; der freieren Jugend war er ein Abgott. An sich aber war er — die Rolle — nichts als ein vielwissender, unwissender und unerleuchteter Deist, noch mit einigen starken Ketten der Zuneigung an seine Nation und ihren majestätischen Glauben gebunden; dabei mehr als Jemand schlau und gewandt, jene Widerstreite zu vermitteln, in denen sein Wesen sich mit sich selber befangen sah, und um desto verderblicher für ihn und für Andere. Recht lächerlich aber erscheint seine Sachwalterschaft für den Fortbestand der mosaischen Gesetze und rabbinischen Satzungen, wenn er z. B. S. 130 des 2. Abschnitts seines Jerusalem (weder des alten noch des neue») beweisen will, Jesus von Nazareth habe nicht davon entbunden, habe vielmehr durch deren eigene Beobachtung sie seinen Nachfolgern, wenigstens den geborenen Juden, auf dem Nacken liegen lassen. Welche gänzliche Blindheit und Verwirrung hier in den Begriffen herrscht, wie wunderlich hier der Rabbine von Babylon neben dem Athenischen Rhetor steht, vermag ja wohl auch derjenige zu fühle», der nur drei

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