Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 muthlos geworden und nicht, wie man zu sagen pflegt, durch Mißerfolg entnüchtcrt, sondern sie hat es in diesem langen Zeitraum erfahren, daß wahrhaftig das Evangelium alle Festungen, die ihm gegenüberstehen, niederreißt, und daß es auch für die Juden die einzige Kraft, sie selig zu machen, ist. In dieser Gewißheit und Erfahrung wird die Mission weiter fortschreiten, und darüber wird sie je länger desto größere Siegeskraft entfalten. Senator 11?. Äoh. Friedrich v. Meyer in Frankfurt über Moses Mendeifohn. Einer der bedeutendsten christlichen Männer im Anfänge dieses Jahrhunderts war der Senator I. F. v. Meyer in Frankfurt a. M. Im Jahre 1818 gab derselbe Hamans Schrift »Golgatha und Scheblimini«, welche der letztere Mendelsohns Jerusalem entgegengesetzt hatte, neu heraus. Ein Zeugniß ähnlicher Art, Mendclsohn betreffend, ist die Vorrede, welche v. Meyer der Haman'schen Schrift vorausgesandt hat. Wir lassen diese Vorrede hier folgen, weil sie zu dem Besten gehört, was zur Charakterisirung Mendelsohns gesagt ist; und Mendelsohn hat ja als der Vater des neuen Judenthums für uns ein ganz besonderes Interesse. Zugleich aber enthält diese Vorrede treffliche Gedanken über Israel und das Verhältniß von Christenthum und Judenthum, Kirche und Staat, Glaube und Unglaube, evangelische und moderne Anschauungen, der Juden Gegenwart und Zukunft, und auch um deßwillen ist sie es werth, von Neuem bekannt gemacht zu werden. Fr. v. Meyer also schreibt: Im Jahre 1783 erschien zu Berlin: »Jerusalem oder über religiöse Macht und Judenthum von Moses Mendelsohn.« Gleich im folgenden Jahre gab der selige Haman vorliegende Schrift (Golgatha und Scbeblimini) anonym heraus, welche seitdem vergriffen und nicht wieder neu aufgelegt worden ist. Sowohl ihr besonderer Werth, als die geistige Würde ihres Verfassers überhaupt, eines mehr im Tode als im Leben mit Ruhm gekrönten und darum wahrhaft unsterblichen Schriftstellers; ferner das Problem, welches die jüdische Nation für den Theologen,