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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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171 Kolporteure der Bibelgesellschaft haben viele Abnehmer ihrer Schriften unter den Juden des Landes gefunden. Aber jeder Besuch des christlichen Gottesdienstes ist den Juden bei Strafe verboten, und ob das dortige Missionswerk unter diesen Verhältnissen fortzusetzen sein wird, ist fraglich. Leicht könnte es wieder eine Unterbrechung erfahren. Im afrikanischen Mogador gedeiht dasselbe desto besser. Missionar Ginsburg und seine Gehilfen dürfen dort jetzt frei wirken und berichten von acht Taufen. Als 1875 die Mission in Mogador eröffnet wurde, wollte kein Kind die Schule derselben besuchen, jetzt bringen die Eltern selbst ihre Kinder. In das Missionsgehöft Mizpah einzutreten galt als eine Todsünde, jetzt geschieht es am Hellen Tage und wird als ein Vorzug betrachtet. Noch 1879 wurde ein Jude von den Rabbinen durchgcpeitscht, weil er sich zu Christo bekannte, und mit Frau und Kindern aus dem Hause getrieben, weil er in der Mizpahschule unterrichtete; jetzt wohnen Juden selbst der Taufe ihrer Brüder bei. Rabbinen kommen regelmäßig in den hebräischen Missionsgottesdienst und erkennen offen die Ueberlegenheit der Proselyten über die nicht getauften Juden an. Die kleine Kirche, die zuerst in einem oberen Zimmer eröffnet und dann 1878 vergrößert wurde, ist wieder zu eng geworden und mußte auf's Neue vergrößert werden. Besonders haben die Schulen dazu gewirkt, daß jetzt viele Eltern weniger Vorurtheile gegen das Christenthum haben; nicht wenige schätzen jetzt nicht allein die weltlichen Kenntnisse, welche die Kinder erlangen, sondern auch den Segen, welcher durch den Religionsunterricht auf die Kinder ausgeht; zumal der Gesang erweist seine' besondere Macht auf die Gemüther im Judenviertel. Die Erwachsenenschule wurde von zweiundfünfzig Juden besucht, und mehrere derselben haben das Christenthum angenommen. Das Lesen und Erklären des Neuen Testamentes wirft hier so manchen Strahl in die Gemüther, der nachher zündet. Im Dezember hielt man im Hause des Oberrabbi eine Versammlung, um die Frage zu besprechen, wie man die Juden verhindern könne, in's Mizpah zu gehen. Der Oberrabbiner erklärte jedoch, er werde sich nicht an die Spitze der Bewegung stellen und gegen Ginsburg nicht kämpfen, derartige Versammlungen

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