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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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170 Ueber daS Werk in Jerusalem und Palästina hat unser Blatt schon besonders berichtet, es bedarf hier also nur kurzer Bemerkungen. Die große Masse der Juden Palästinas ist sehr arm, lebt in traurigen Wohnungen und von der erbärmlichsten Nahrung. Außer etwa zehn karaitischen Familien Jerusalems gehören sie der talmudischen Richtung an. Die russischen Flüchtlinge sind nicht so streng talmudisch, gerathen aber bald unter den Einfluß der Bevölkerung des Landes. Das Missionswerk unter den Flüchtlingen hat bittere Feindschaft unter den eingesessenen Inden erweckt, die vorher eine friedliche, ruhige Stellung zur Mission eingenommen hatten, da sie die Möglichkeit einer Bekehrung der Ihrigen nicht mehr fürchteten. Indessen ist die Arbeit auch in Jerusalem selbst nicht ohne Erfolg. Zwei Knaben der Missionsschule verließen 1881 dieselbe und gingen zu ihrem Vater nach Buenos Ayres. Sie sollten dort den Synagogengottesdienst besuchen, verweigerten daS aber und bewogen schließlich den Vater, selbst Christ zu werden. Auch Jafet wird jetzt als Posten besetzt, und hofft man später ebenso in Hebron, Liberias und Haifa Stationen zu errichten. In Jerusalem wurden elf Personen getauft, fünf Erwachsene und sechs Kinder. Heber die Kolonie Artus ist bereits wiederholt berichtet worden. Sehr schwierig war es, das Feld in Persien zu behaupten.' Freilich der Fanatismus, dem der Missionar oft unter polnischen und selbst unter deutschen Juden nicht selten begegnet, ist den persischen gänzlich unbekannt. Selbst die Rabbinen behandelten immer Missionar Lotka mit Höflichkeit. Sie besuchten ihn und blieben bei ihm stundenlang und besprachen in der freundlichsten Weise die Unterschiede zwischen Christenthum und Judenthum, und die Fälle waren nicht selten, wo Rabbinen dem Missionar Lotka das Zwingende seiner Gründe zugestanden; aber den Uebertritt der Ihrigen wollten sie doch nicht dulden, und so sind die heftigsten Verfolgungen gegen die Anhänger der Mission ausgebrochen. Auf ihren MissionSreisen bekamen die Missionare Lotka und Brühl, der Sohn des älteren, genug Beweise in die Hand, daß die persischen Juden gern die Fragen des Christenthums kennen lernen wollten. Viele Psalter, 500 Neue Testamente und 1500 Missionsschriften vertheilte Lotka unter diesen Juden, und auch

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