Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 am Hüttenfest versammelten sich z. B. zahlreiche Juden vor einer englischen Synagoge, um Missionar Goldenbergs Zeugnissen mit der größten Aufmerksamkeit zuzuhören. Im Londoner Missionsarbeitshause (Operative) haben seit Gründung desselben 798 Juden Aufnahme gefunden, in diesem Jahre 15; die Mittel reichten nicht zu, einer größeren Zahl die Aufnahme zu gewähren. Deutschland ist mit 18 Arbeitern der Londoner Gesellschaft besetzt. Alle dieselben nehmen es wahr, daß die neue Bewegung gegen die Juden von großem Einflüsse auf das Denken derselben ist. Hier und da sind auch die Gemüther zu ernsterem Nachdenken geführt worden. Missionar Skolskowski erzählt aus Königsberg: »In der Zeit der russischen Judenverfolgung versammelte sich eine Anzahl einsichtiger Inden im Hause eines Freundes, um mit einander die Ursachen zu besprechen, die zu solchem Unheil führten, und wie sich das jüdische Volk in Zukunft gegen so traurige Vorkommnisse sichern möchte. Einer der Anwesenden äußerte hierbei: „Meine Freunde, ihr habt vergeblich nach der Ursache der großen und furchtbaren Unglücksfälle unter uns geforscht!« und darauf öffnete er die Schrift, aus der er die Worte 1. Mose 42, 21. 22 las: „Wahrlich, das haben wir an unserm Bruder verschuldet, daß wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns flehte, und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese Trübsal über uns. Rüben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich es euch nicht, da ich sprach: Versündiget euch nicht an dem Knaben, und ihr wolltet nicht hören. Nun wird sein Blut gefordert!" Als er dies gelesen hatte, wußte Jeder in der Versammlung wohl, worauf er abzielte, aber Niemand äußerte ein Wort gegen ihn; einige, weil sie gleicher Meinung mit ihm waren.« So ist denn auch mancher Jude in Königsberg und jenen Gegenden bereit, mit dein Missionar in ein näheres Gespräch einzugehcn. Ein russischer Jude, der im Alten und Neuen Testamente wohl belesen war, äußerte gegen Skolskowski: »Obgleich ich noch weit davon entfernt bin zu glauben, daß Jesus der Sohn Gottes sei, betrachte ich ihn doch als meinen Mittler mit Gott und brauche in meinen Gebeten oft den Ausdruck: „Thue dies um Jesu von Nazareth willen!" Mein Grund ist der: In unfern