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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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165 jüdischen Gebeten, besonders denen des Neujahrs und des Versöhnnngstages, beziehen wir uns beständig auf Abraham, Isaak und Jakob und bitten, daß Gott uns um ihretwillen unsre Sünden vergeben möge. Gott selbst bekennt sich zu Abrahams Bitte, indem er ihm bezeugt, daß, wenn er zehn Gerechte in dem gottlosen Sodom finden werde, er dasselbe nicht zerstören würde. Warum also sollten wir nicht hoffen, daß um solcher Männer wie der Patriarchen willen, ihre Nachkommen Vergebung der Sünden erhalten sollten? Nun wird aber, wenn wir auch den christlichen Lehren im Allgemeinen nicht zustimmen können, jeder vernünftige Jude doch zugeben, daß die Verdienste Jesu, dessen Lehren Millionen aus allen Nationen zur Erkenntniß des wahren Gottes und zu den besten sittlichen Grundsätzen gebracht haben, weit die der Patriarchen übertrcffen. Muß also nicht die Wirksamkeit seiner Mittlerschaft in gleicher Weise größer als die der Patriarchen sein?« Aehnlich begegnet Missionar Bachert in Hamburg jetzt öfters einem religiösen Fragen unter den Juden. Er bezeugt, daß sie gegenwärtig häufiger das Neue als das Alte Testament verlangen. Zwei hochgebildete Juden äußerten gegen ihn: »Wir finden im Neuen Testamente mehr, das sich unserm Gewissen empfiehlt, als in unserer eigenen heiligen Schrift, welche wir nicht verstehen können!« Und auch an andern freundlichen Erfahrungen fehlt es nicht. Ein jüdischer Kaufmann, der früher die Bemühungen, den Juden das Evangelium zu bringen, verspottete, schickte Bachert 30 Mk. zur Erhaltung seines Proselytenheims mit folgenden auf dem Zettel geschriebenen Worten: »Er überwand die Juden mächtiglich und öffentlich!« (Apostelgesch. 18, 28.) Sehr tüchtig erwies sich auch der dem Missionar beigegebene Kolporteur. Derselbe führt dem Ersteren immer neue Juden zu. Er ist von einigen Juden schon sehr übel behandelt worden. Dieselben verleiteten ihn, in ein Haus mit ihnen einzutreten, indem sie Vorgaben, daß sie von dem Gegenstände, über den er mit ihnen auf der Straße gesprochen hatte, mehr wissen wollten. Das schreckte ihn jedoch nicht im mindesten ab, am nächsten Tage für seinen Herrn und Meister zu sprechen, wo und wann er eine Gelegenheit hierzu fand. Nicht weniger als sechs Stunden und oft noch mehr bringt er täglich unter den Inden zu, ist wohl

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