Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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ISO wollte, um etwas zu meinem Bestehen zu unternehmen. Ich suchte überall, aber Alles war vergebens, und mein Weg blieb dunkel. Dennoch war der Herr mein Licht, und ich vertraute ihm, daß er mich nicht drangeben, und daß mein Brot und Wasser mir gewiß sein würde. Unterdessen gerieth ich oft in Unruhe wegen meiner jüdischen Brüder, wünschte und seufzte oft zu Gott, daß er seines Bundes mit Abraham gedenken und die Decke von ihren Augen abthun wolle. Oft drängte mich die Liebe zu ihrer Erhaltung dergestalt, daß ich mich getrieben fühlte, meine freie Zeit dazu anzuwenden, etwas aufzusetzen und dem Druck zu übergeben, um es ihren Rabbinern vorzulegen. Das Buch führt den Titel: „Israel Yerlossinge en euwige Behouclenis“ (Israels Erlösung und ewige Errettung). Möchte dies Buch ein Mittel zu ihrer Bekehrung sein, und der Herr das geringe Werk in seiner Hand dazu dienen lassen, sie zu überzeugen, daß sie den Herrn ihren Gott und David ihren König suchen müssen. Während ich dieses Werklein aufsetzte, wurde mein Herz verschiedene Male mit einer brennenden Liebe zu dem Herrn Jesu erfüllt und voll Seufzens und Verlangens, daß ich einmal gewürdigt werden möchte, den gekreuzigten Christus als den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen öffentlich zu verkündigen. Da es mir aber immer als eine Sache, die unmöglich wäre, vorkam, so zog ich meine Gedanken davon ab und suchte in dem Willen Gottes zu ruhen. Aber sehet, der Herr, dem nichts zu wunderlich ist, wirkte durch seine Alles regierende Vorsehung, ohne mein Zuthun, ganz unerwartet, daß mir ein gottessürchtiger Mann von Alckmar eine Botschaft des Inhalts brachte, daß, wenn ich mich den Studien widmen wollte, sie nach ihrem Vermögen soviel dazu thun wollten, wie sie könnten. Hier sind einige meiner Wohlthäter gegenwärtig, welche die Umstände vielleicht besser wissen als ich. So groß meine Verwunderung über dies Glück war, das mir so unerwartet kam, so groß waren auch die Sorgen, die mein Herz überkamen. Ich bedachte nämlich, daß ich schon 30 Jahre alt war und nun noch studieren sollte, während ich doch weder der lateinischen noch der griechischen Sprache, ja sogar der holländischen nicht ganz mächtig war. Wie viele Jahre würde ich also dazu nöthig haben, um mich mit allen den Wissenschaften bekannt zu machen, die zum Amte eines Lehrers erforderlich sind. Würden