Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 den Tage» Falks pries man als das Muster der Aufklärung, Humanität und Frcisinnigkcit, und nun wird über diese Schule das Urtheil ausgesprochen, daß sie im Gegensätze zur früheren den Samen der Zwietracht ausgestreut habe. Welches Vertrauen sollen also Juden zu ihren Stimmführern fassen, wenn dieselben selbst so ohne jede Scheu allem, was sie früher behauptet haben, in's Gesicht schlagen! Und nun das Heilmittel; es ist »der Geist der Aufklärung, der humanen Kultur, der ganzen Richtung des modernen Geistes«. Wir meinen, der Schreiber solcher Worte hat sein eigenes Urtheil ausgesprochen. Er hat selbst ausgeführt, »daß gerade die Hanptsitze jenes modernen Geistes und die Pflanzanstalt desselben, die moderne Schule, die eigentlichen Heerde der neuen Bewegung gegen die Juden seien», und in demselben Athemzuge fordert er, die Hoffnung auf die Zukunft bei dem modernen Geiste zu suchen. Der moderne Geist hat die Feindschaft in helle Flammen ausbrechen lassen, und dieser moderne Geist soll der Stab sein, auf welchen die Juden sich stützen. Den modernen Geist heißt er die Seinigcn pflegen und damit nach allem Bisherigen sich selbst das Schwert schärfen, das sie verwunden wird. Schüchtern und sänftiglich bittet der Artikclschreiber zuletzt die Seinen, noch etwas mehr an ihrer eigenen Kultur zu arbeiten und sich in gewerblicher Beziehung immer weniger von den Andern zu unterscheiden. Aber wem sollen sie nun folgen, dem Propheten der modernen Prinzipien oder dem Manne der sanften Ermahnungen? Die modernen Prinzipien sollen ja der Leitstern und die Hoffnung der Juden bleiben. Diese aber haben die Juden immer weiter auf den Bahnen geführt, welche zwischen ihnen und ihrer Umgebung die Feindschaft stetig steigern. Und das eben soll nun klar gestellt werden, daß die einflußreichsten Wortführer unsrer Juden, welche auch die größte Masse derselben sich folgen sehn, dieselbe dazu ermuntern, von dorther die Hilfe zu erwarten, wo ihnen die eigentliche Gefahr erwächst. Die warnenden Zeichen der Zeit haben in der That nur die kleinste Zahl der Juden zum Nachdenken geführt; und jede Ruhepause zumal, die ihnen immer wieder geschenkt wird, verleitet die Führer, den Ihrigen zuzurufen: »Friede, Friede!« Die Jahr- 10