Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 erfüllt, als er plötzlich den Entschluß faßte, nach Liverpool zurückzukehren und das kostbare Buch gründlich zu lesen, um so sein über diesen Gegenstand beunruhigtes Gemüth zu beruhigen. Deswegen kehrte er zu seinem Freunde zurück und bat denselben, ihm das Neue Testament zu leihen. Als ihm sein Wunsch erfüllt war, widmete er sich so ausschließlich diesem Buche, daß er in drei Tagen vollständig Herr seines Inhaltes war; und nachdem er es so studiert hatte, sah er sich selbst außer Stande, auch nur einen Einwand gegen dasselbe zu erheben. Im Gegentheil wurde sein Herz nur voller Vorwürfe gegen das moderne Judenthum. Er forschte dann ernstlich und unter Gebet der Wahrheit des Christenthums nach, verglich fleißig das Alte mit dein Neuen Testament und war im Laufe von drei Wochen völlig überzeugt, daß der verachtete Nazarener Jehovah Jesus sei, den zu erkennen das ewige Leben ist. Am Charfreitag, den 13. April 1838, bekannte Moses Margoliouih öffentlich seinen Glauben und empfing das Sakrament der Taufe. Jetzt aber, als die geistlichen Kämpfe des jungen Margoliouth so zu sagen am Ende waren, begannen die zeitlichen. Bisher in einem luxuriösen Hause auferzogen und mit allem versehen, was er vernünftigerweise verlangen konnte, hatte er nun seine Aufmerksamkeit auf den Erwerb seines Lebensunterhaltes zu lenken, den er durch Unterrichtgeben im Hebräischen erlangte. Er theilte die Thatsache seiner Taufe seinem Vater mit und führte zugleich aus, daß in Anbetracht des wichtigen Wechsels, der in seinen Anschauungen stattgefunden hätte, es für ihn nicht wünschenswerth sein würde, nach Hause zurückzukehren. Sein Vater drang in der Antwort, die er ihm gab, auf's Liebevollste darauf, daß er heimkehrte, gab aber zugleich seinem tiefen Schmerz über den Schritt, den der Sohn gethan hatte, Ausdruck. Auch sein jüngerer, begabter Bruder fügte seine Ueberzeugungen dem Briefe hinzu und brachte in demselben Gründe gegen das Christenthum vor. MoseS fühlte mit Freuden, daß sich ihm hier Gelegenheit zum Meinungsaustausch über den ihm wichtigsten Gegenstand geboten habe, und er suchte nun die überzeugendsten Gründe für die Wahrheit des Christenthums aus Mose und den Propheten den Verwandten zu bieten. Sein Verkehr mit denselben