Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554906-2554912--08270-2564294- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
137 sollte jedoch nicht lange dauern, da, als seine Verwandten merkten, daß ihre Bemühungen nichts fruchteten, und er sich nicht wieder vom Christenthum lossagen wolle, sie ihm erklärten, es müsse aller fernerer Verkehr mit ihm aufhören, was denn auch für einige Zeit geschah. Aber seine Liebe zu seiner Familie war zu stark, als daß er sie gänzlich außer Acht gelassen hätte, und er hatte die Freude, es zu erleben, daß einige derselben schließlich zur Anerkennung Jesu als ihres Heilandes und Gottes gelangten. Moses fühlte es, daß es fortan die große Aufgabe seines Lebens sein müsse, Andere zu gewinnen, daß sie an dem großen Glücke, welches er selbst gefunden hatte, Antheil erlangten. Diesen Zweck im Auge behaltend, trat er in das Trinity College zu Dublin tut Jahre 1840 ein, um sich für das geistliche Amt vorzubereiten. Im zweiten Jahre seiner akademischen Laufbahn übersetzte er die Phönizierinnen des Euripides, welche zu seinen Studien gehörten, aus den griechischen in hebräische Verse, und im dritten Studienjahre verfaßte er ein hebräisches Gedicht auf die Taufe Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales. Er veröffentlichte auch während dieser Zeit seine zwei ersten Werke »The Fundamental Principles of Modern Judaism investigated« (die Fundamentalgrundsätze des modernen Judenthums untersucht) und »Israel's Ordinances examined« (Israels Satzungen geprüft). Diese unsre Skizze der Biographie von Margoliouth ist zum Theil dem kurzen Lebensabriß entnommen, den er seinem ersten Werke vorangeschickt hat. Moses Margoliouth wurde als Diakon der Pfarrei St. Augustin in Liverpool am 20. Juni ordiniert, drei Monate darauf wurde das Pfarramt zu Glasnevin bei Dublin frei. Der Bischof von Kildarc, welcher in jenem Kirchspiel wohnte, und der sein ihm sehr ergebener und edler Freund und Beschützer war, erlangte für den jungen Liverpooler Diakon die Stelle und stellte ihn auch als seinen prüfenden Kaplan an, wie er ihn denn auch aus besonderer Gunst schon im Oktober desselben Jahres als Priester ordinierte. Da die Pfarrei von Glasnevin klein war, hatte er viel Zeit für literarische Arbeit, und während er sich dort aufhielt, gab er eine judenchristliche Monatszeitschrift unter dem Titel »The Star of Jacob« (der Stern aus Jakob) Heraus. Bald nach dem Tode seines gütigen Freundes, des Bischofs von Kildarc, besuchte er das