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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 9-10 (1884) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
9-10 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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134 erregt. Er frug nach der Ursache, und sie antworteten ihm, sie wollten ihm ein neues Buch zeigen, welches sie soeben erhalten hätten. »Wir wollen in die Kornfelder gehn und es dort, wo uns Niemand beobachten kann, miteinander lesen!« Moses bemerkte, daß seine Freunde ihren neuen Schatz sorgfältig verborgen hielten; es erwies sich dann aber, daß eö das hebräische Neue Testament war. Da er versprochen hatte, sie nicht zu verrathen, durfte er das Buch öffnen und las nun: »DaS ist das Buch der Geburt Jesu Christi«; Er frug: »Wer ist der Jeschua Hamaschiach oder Jesus der Christ?« Sie antworteten: »Der Gott der Goim, den du an allen Straßen und Ecken an's Kreuz genagelt erblickst, und vor dem du die Goim niederknieen und beten siehst«. Er machte keine weitere Bemerkung, sondern fuhr fort zu lesen und las bis zum Ende des ersten Kapitels. Das Geschlechtsregister gefiel ihm wegen seines jüdischen Charakters; ja, er glaubte einen Augenblick fast, ein altes und ursprünglich jüdisches Werk zu lesen. Er las weiter die Geschichte von Jesu Geburt, als ihm die Worte Jehovah Esus wieder in Erinnerung traten. Die Szene seiner Kindheit trat vor seine Augen, die Anklagen des Vaters schienen in seinem Ohre wiederzuhallen, und er warf das Werk als ein seelenmörderisches Buch von sich; seinen Gefährten aber schrie er entgegen: »Satan ist es gelungen, euch zu seinen Werkzeugen zu machen, um mich von der Wahrheit hinwegzuführen und meine Aufmerksamkeit auf den Gott der Goim zu lenke», der weder sprechen noch hören noch sehen kann. Weg mit dem Buche, dem Zerstörer meines Friedens!« Aber wieder nahm, wie in den Tagen seiner frühesten Kindheit, der Name, welcher über alle Namen ist, von seiner Seele Besitz und raubte ihm seine Ruhe. Er bemühte sich sehr, gegen diese Bemühungen des Satans, wofür er sie damals hielt, ein taubes Ohr zu haben, und vergrub sich tiefer als je in das Studium, so daß er denn auch für einige Zeit seine innere Unruhe vergaß. Etwa zwei Jahre nach dem eben erwähnten Ereigniß machte er einem Verwandten in Wladislawowa einen Besuch; und als er dort eines Tages ein hebräisches Neues Testament entdeckte, beschloß er, es zu lesen, da er wissen wollte, ob das Hebräische desselben ein reines wäre; wenigstens bildete er

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