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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 9-10 (1884) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
9-10 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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nicht zu lesen; aber vergeblich, denn der Name Jesus verfolgte ihn. Am Versöhnungstage, wo jeder glaubenseifrige Jude den ganzen Psalter wiederholt, wurde er besonders daran erinnert. In der That, der Name Jesus ließ seiner Seele keine Ruhe, bis er erkannte, daß man in ihm das ewige Leben findet. Moses blieb in jener Schule etwa sechs Monate. Dann wurde er unter einen Lehrer in seines Vaters Hause bis zu neun Jahren gestellt, und während dieser Zeit studierte er die Bibel mit verschiedenen jüdischen Auslegungen. Dann wurde er zu einem gelehrten Rabbi nach Peroschla geschickt, zehn Meilen von seiner Vaterstadt entfernt, und fing hier das mühevolle Studium des Talmud an, dem er seine ganze Zeit widmete; in der That, er machte sich selbst zum Sklaven desselben. Um 4'/^ Uhr stand er jeden Morgen auf, und in der Nacht des Donnerstag begab er sich gar nicht zur Ruhe, sondern blieb auf und wiederholte, was er die Woche über gelernt hatte. Auch hatte er Privatlehrer, die ihn in der polnischen, russischen und deutschen Sprache unterrichteten. Dann kam er zu einem berühmten Lehrer und studierte die verschiedenen Arten, rabbinische Schwierigkeiten zu entscheiden und zu lösen. Er beendete seine rabbinische Erziehung in Kalwaria, wo er Gelegenheit fand, das praktisch auszuüben, was er theoretisch erlernt hatte. Die Erziehung von Moses war nun, so zu sagen, beendigt. Ein so angespannter Fleiß, der freilich für se.ine körperliche Kraft und Gesundheit verderblich war, verbunden mit einem sehr klaren Verstände, brachte ein Ergebniß zu Wege, wie es nur irgend erwartet werden konnte. Moses Margoliouth wurde einer der größten Talmudisten seiner Tage. Ein besonderer Vorfall aus seiner Studienzeit in Kalwaria darf aber nicht übergangen werden, da er auf den Gegenstand Bezug hat, der ihn während dieser ganzen Zeit mehr oder weniger in seinen Gedanken beschäftigt hat. Als er nämlich zuerst daselbst ankam, trat er in engen Verkehr mit zwei jungen Leuten. Die Drei wurden bald sehr gute Freunde. Täglich kamen sie nach ihren Studien zusammen, sprachen da immer Hebräisch miteinander, lasen jedes neue hebräische Buch und machten während ihrer Spaziergänge in den Feldern hebräische Verse. Eines Nachmittags fand Moses seine Freunde ungewöhnlich

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