Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Moses Margoliouth. Moses Margoliouth ist am 3. Dezbr. 1820 in der polnischen Stadt Suwalki von jüdischen Eltern geboren, die beide aus Familien stammten, welche ihrer Zeit einen Namen in Spanien hatten. Er wurde auf's Strengste in den jüdischen Satzungen erzogen und war ein Hebräer unter den Hebräern. Vier Jahre alt wurde er in die Schule geschickt und konnte im Laufe von zwei Monaten lesen. In dieser frühen Zeit seines Lebens ereignete sich ein merkwürdiger Vorfall. Eines Tages las er den 24. Psalm und kam an den 8. Vers desselben: »Wer ist der König der Ehren? Es ist der Herr stark und mächtig!« Der Ausdruck Jeliovah Esus (der Herr stark) fiel ihm auf. Er wußte wohl, daß Jehova.li den Herrn bezeichne, aber Esus lautet in der polnischen Aussprache der Name Jesus. Als er aus der Schule zurückkehrte, sagte der Vater wie gewöhnlich zu ihm: »Nun, Moses, was hast du heute gelernt?« Das Kind antwortete: »Ich fand ein seltsames Ding, als ich den 24. Psalm las, nämlich, daß der Gott der Juden und Goim bei einander stehn«, und damit wies es seinen Vater auf die Worte Jehovah Esus. Der Vater erschrak; da er aber ein ordentlicher Mann war, vermied er es, das Kind zu tadeln, und meinte, daß nur seine Unwissenheit cs zum Jrrthum verleitet habe. Doch hielt er, denn dies sah er für seine Pflicht an, dem jungen Verbrecher eine lange Vorlesung über die Gefahr, seine Lippen und Gedanken mit jenem unheiligen Namen zu beflecken. «Sich,« sagte er und wies auf die zahllosen Bilder und Kruzifixe hin, welche der Aberglaube der griechischen Kirche aufgestellt hat, »das sind die Götzen, von denen der Psalm spricht, und diese sind es, welche die Goim Esus nennen.« Ueberdem belehrte er den Knaben, daß er mit der Erwähnung des Namens Jesus, der ihm hernach doch im höchsten Sinne der Erlöser geworden ist, das ausdrückliche Gebot Gottes verletze: »Du sollst den Namen anderer Götter nicht nennen, noch sie aus deinem Munde vernehmen lassen!« (2. Mose 23, 13. Josua 23, 7.) Von dein Tage an ließ es sich Moses ernstlich angelegen sein, den Wunsch seines Vaters zu erfüllen. Er war unglücklich, wenn ihm jener Psalm in den Weg kam, und faltete das Blatt, auf welchem derselbe stand, zusammen, um ihn nur ja