Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 7-8 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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108 repräsentirt wird. Mein jüdisches Gefühl, weil diese Judenheit keine religiös-nationale Einheit mehr ist, die von einer hehren, sittlichen Idee getragen wird; mein menschliches Gefühl, weil diese Judenheit ihre Erwerbsweise nur als eine parasitenartige eingerichtet hat und ihr Gewinn immer der Schade der Anderen sein muß. Daß es dem Kapitalismus gelungen ist, sich mit dem Judenthum zu identificiren, ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der Religionsgeschichte; und hat der Kapitalismus die Emanzipation erkämpft, so sind doch durch dieselbe dem Judenthum die schwersten Wunden geschlagen worden. Mit der Emanzipation hörte man auf, eine Nation sein zu wollen, und machte aus dem Judenthum nur noch eine Religionsgenossenschaft, in der man nach Belieben glauben und seine Moral einrichten konnte. Der Kapitalismus beherrscht jetzt Alt- und Neugläubige, und der Millionär ist in dieser kapitalistischen Religion ein Heiliger. Nur Ein- und Umkehr kann hier noch helfen. Dem Prinzip der Gleichheit, in dessen Namen die Emanzipation von ihnen erstrebt worden ist, hat Niemand so sehr in das Gesicht geschlagen, als die Juden, seitdem ihr Wunsch ihnen erfüllt worden ist. Den früher bevorzugten Klassen scheinen ihre Vorrechte nur genommen worden zu sein, damit die Juden dieselben an sich rissen und ein bloßer Rollenwechsel in den gesellschaftlichen Zuständen stattfände. Wir haben die Welt aufgewühlt, damit sie uns als Beute anheimfalle. Wir bilden jetzt eine phalanxartige Gemeinschaft mit dem Streben nach Rcichthümern inmitten einer Zeit, die in der Lösung der sozialen Frage ihre höchste Aufgabe sieht. Das sucht man freilich durch die Phrasen, das heutige Judenthum habe eine industrielle Mission, zu verschleiern und macht mit dieser »industriellen Mission« das gegenwärtige Judenthum zum »Messias für die ganze menschliche Gesellschaft«; aller Redensarten entkleidet heißt das aber: Das Judenthum ist eine Bankierthum-Rcligion, deren oberster Bischof Baron Rothschild ist. Denn bei ihrer industriellen Mission fällt es den Juden nicht ein, physisch zu arbeiten, sondern spielen sie lediglich die Herren. Die herrschende Kaste wollen wir in der heutigen Gesellschaft bilden, die Aristokratie der Menschheit; darum auch unsere verwegene