Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 7-8 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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107 bedurfte zwar Schonung und strenge Diät, aber im ganzen war sie gut und gleichmäßig, nur einmal nach den Anstrengungen seines Rektorats wurde er von einer schweren, langwierigen Krankheit befallen, die seinem Leben ein Ziel setzen zu wollen schien, aber er erholte sich über Erwarten wieder vollständig und konnte bis zu seinem Tode den Obliegenheiten seines Berufes mit der gewohnten Treue und voller Kraft Nachkommen. Seine gewissenhafte Amtsführung und seine akademischen Leistungen fanden von Seiten der Kollegen und der Zuhörer die verdiente Anerkennung, und auch von Seiten der Regierung wurde er durch Ertheilung des Friedrichsordens im Jahre 1856 und des Ordens der württembergischen Krone am Neujahr 1862 geehrt. Einige Tage vor seinem Tode wurde ihm vom Minister das Kanzleramt der Universität brieflich angeboten, aber er war zu bescheiden, es anzunehmen. Der Tod überraschte ihn im Schlaf, nachdem er Tags zuvor ohne Ahnung eine Fakultätssitzung auf den anderen Morgen zusammenberufen und sich Abends zu gewohnter Zeit ganz wohl schlafen gelegt hatte. Dieser sanfte und schnelle Tod war für ihn eine besondere Wohlthat, da er, obgleich mit dem Gedanken daran vertraut und innerlich darauf vorbereitet, oft von der natürlichen Scheu vor der Auflösung beängstigt gewesen war. So blieb ihm auch das bittere Gefühl der Abnahme erspart, er durfte aus einer regen, befriedigenden Wirksamkeit scheiden. Neue Epistel an die Hebräer von Saulus. Zu den weitaus bedeutendsten Zeugnissen, welche die heutige Judenfrage unter Juden selbst hervorgerusen hat, gehört eine Brochüre, welche unter dem soeben angeführten Titel in Preßburg und Leipzig bei G. Heckenast's Nachfolger erschienen ist. Statt weitläufig unser Urtheil über dieselbe zu fällen, lassen wir hier einfach ihren Gedankengang folgen. Im Vorwort bekennt der Verfasser: »Ich bin ein eifriger Jude, zugleich aber auch ein warmer Menschenfreund. Mein jüdisches, wie mein menschliches Gefühl muß sich jedoch gegen die moderne Judenheit empören, die durch den Kapitalismus