Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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92 O gesegnet, für immer gesegnet ist der Weg, auf welchem sich Gerechtigkeit und Friede einander küssen, wo Gnade und Wahrheit einander begegnen! Christus hat sich selbst meiner Seele offenbart als der Stifter und Mittler eines neuen und besseren Bundes, der auf besseren Verheißungen besteht. Wenn ich niedergebeugt bin wegen meiner früheren, schrecklichen Ungerechtigkeit, tröstet er mich mit der Versicherung: »Sein Blut reinigt uns von allen Sünden!« Wenn ich klage über mein fortwährendes Verderben, ruft sein segensreiches und freundliches Wort mir ju:. »Fürchte dich nicht, denn meine Rechte wird dich erhalten.« Wenn ich über die unbegreiflichen Eigenschaften seiner wunderbaren Vollkommenheit nachdenke, über mikne Unwürdigkeit, mein armseliges Wesen, meine laue Liebe, mein schwaches Gebet, erinnert er mich daran, daß wenn wir nicht wissen, wie wir zu ihm reden oder beten sollen, wie sich's gebührt, so hilft der Geist unserer Schwachheit auf und vertritt uns. Wenn ich auf die Lehre höre, die im Namen und in der Kraft Gottes geschah aus dem Munde dessen, den Moses zu hören wünschte, wenn ich meinen verlorenen Zustand von ihm so wahr beschreiben höre, muß ich auSrufen: »O Herr, wohin soll ich gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.« Wer anders kann von dem Fluch befreien, der Jedem anhängt, welcher »nicht bestätigt alle Worte des Gesetzes, daß er darnach thue«. (1. Mose 5, 86. 27.) Sollen wir nicht unbedingt auf ihn trauen, der »ein Bergeort vor dem Winde ist und eine Hütte vor dem Ungewittcr«? Jesaias 32, 2. Wer kann fern von den durch Gott selbst gesetzten Mitteln Schutz finden? Ach daß wir Hülfe finden, ehe es zu spät ist! Es ist kein leichtes Ding, es gilt unser Leben. Der feurige Zorn Gottes wird der Sturm sein, die Qual der Hölle das Unwetter. Aber ehe Gott in dem einen oder dem anderen erscheint, lasset uns in dem stillen, sanften Säuseln den Liebe athmenden Rath hören: »Küsset den Sohn, daß er nicht zürne; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Heil allen, die auf ihn trauen.« Psalm 2. Meines Herzens Verlangen und Gebet ist für Israel, daß sie selig werden, und daß Jerusalem, »welches getrunken hat von der Hand Gottes den Kelch seines Zornes«, sich möge erbitten lassen durch die überwältigende Macht von Jerusalems König, sich zu erheben und ihr Licht leuchten zu lassen. Juda's Harfen, von den Weiden genommen und angestimmt zu dem neuen Liede Mosis und des Lammes, werden in schwellenden Tönen harmonischer Melodien hell und laut das sich nahende Geschrei und die Lieder des Lobes und Preises des Löwen von ihrem Stamme zu Israels Herrlichkeit begleiten. O möchte der, welchen das Volk verachtete und den