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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 5-6 (1884) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
5-6 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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87 die so voll Eifer für Gott und voll Liebe gegen die Menschen waren; ich kann nicht sagen, daß ich damals bekehrt wurde, aber was ich gehört, hatte sich mir so tief eingeprägt, daß ich nicht Ruhe fand, als bis ich mehr von dieser neuen und schönen Lehre las. Meine Seele schien an jenem Wort Geschmack zu finden und einen tieferen Trunk zu begehren, und überdem konnte ich mich nur unvollkommen an das erinnern, was ich das erste Mal gelesen hatte. Ich verlangte jenes Kapitel zu lesen, und ich denke, als ich kurz darauf ein Neues Testament erlangte, las ich auch das erste Stück dieses Abschnittes. Ich brauche' nicht zu sagen, mit welchem Eifer ich den Inhalt des heiligen Buches verschlang, »diese neuen Dinge«, die es verkündigte, und die von dem Gotte unserer Väter verheißen waren. Ich suchte eifrig und verglich verschiedene Stellen der Schrift, bis ich nach kurzer Zeit in der Einsamkeit meines Zimmers über den klagte, der um meiner Sünde willen verwundet und um meiner Ungerechtigkeit willen zerschlagen war. Ich weinte, wenn ich daran dachte, ob ein Schmerz wie sein Schmerz wäre, wie seine Erniedrigung, wie sein geduldiges Leiden unter allen seinen zahlreichen und mannigfaltigen Versuchungen und wenn ich seines Lebens traurige Geschichte, seine Angst und Pein sondergleichen, seinen martervollen Tod erwog. Sein Hammer hatte nun das Herz von Stein zerschmettert, und wenn ich solch ein Bild gebrauchen darf, so möchte ich sagen, daß sich aus meinen Augen lebendige Wasserströme ergossen, in denen ich getauft wurde. Ich bin gebeten worden, es zu beschreiben, wie ich die Nothwendigkeit eines Erlösers empfunden hätte. Man hat betont, es sei nöthig, daß man sich als verloren fühle, ehe man gefunden werden könne; ich habe aber nie die Nothwendigkeit eines Erlösers gefühlt, als bis ich ihn gefunden hatte. Seine Wege sind unerforschlich und gehen über alles Finden hinaus. Wenn ich die Gefühle beschreiben will, die ich hatte, empfinde ich die Unmöglichkeit, das auszusprechen, was in der That unaussprechlich ist. Als der HErr Jesus mir zuerst erschien, sagte er mir nicht, ich sei verloren, sondern ich wäre gefunden; und ich erinnere mich wohl meiner stürmischen Gefühle, als ich meiner wunderbaren Errettung inne wurde und meiner Dankbarkeit gegen ihn, der mich erlöst

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