Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 die später» Tage. Je gewaltiger die antisemitische Bewegung sich weiterentwickelt, je offenbarer es ist, daß dieselbe durch keine Mittel der Politik mehr beseitigt werden kann, je mehr sie allmählig überall da Platz greift, wo die Juden ein erhebliches Element in der Bevölkerung sind, desto mehr wird auch jener edle Samen in der Masse der ungläubigen Judenschaft, welcher eine Zukunft des Segens hat, zum Erwachen und Keimen, zum Grünen und Blühen kommen. Als ein Oelblatt ist uns deshalb jenes südrussische Zeugniß erschienen, und wir haben es mit der Freude, die sich der Erfüllung aller Zusagen Gottes tröstet, begrüßt. Aus einem proselytenleben. Der treffliche Proselyt, Prediger Ridley H. Herschel hat eine Reihe von Lebensbildern solcher Juden, die zum christlichen Glauben hindurchgedrungen sind, unter dem Titel: »Jewish Witnesses, that Jesus is the Christ«, »Jüdische Zeugen, daß Jesus der Messias ist«, in London 1848 erscheinen lassen. Nicht die ganze Lebensgeschichte der von ihm angeführten Männer hat er darstellen wollen, sondern hauptsächlich den Kampf, welchen sie zu kämpfen hatten, ehe sie in Wahrheit Jesum als ihren Heiland erkannten. Aber diese Lebensbilder tragen nun auch so völlig den Charakter, welchen der Titel des Buches bezeichnet, daß die Mission alle Ursache hat, immer erneut auf dieselben hinzuweisen. Meistens haben die beschriebenen Personen ihre Schicksale selbst geschildert, und das erhöht noch den Eindruck. Wir lassen nun jetzt das zweite der von Herschel gezeichneten Lebensbilder folgen. Ein nur mit den Anfangsbuchstaben A. D. S. bezeichnetcr Proselyt schreibt von sich selbst: Ich will nicht viel von meinen Familienverhältniffen sagen. Es genüge, daß mein Vater, der unter den Juden in hoher Achtung stand, an einen Sohn, der Christ geworden ist, nur mit bitteren Gefühlen denken kann; und da ich die Gefühle meiner Familie verstehe, bin ich nicht erstaunt, daß sie meinen Bruder, den der HErr in seiner Gnade auch zu dem Seinigen erwählt hat, und mich selbst im Punkte der Religion als wahnsinnig betrachten. Mag er verfolgt oder nicht verfolgt werden, es sind, wenn der