Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 sie Unfehlbar in'S Verderben stürzen. Sie haben sich an dem Kulturleben der Völker sättigen und im Genüsse desselben gleichsam die mcssianische Zeit finden wollen. Jetzt wird es ihnen gezeigt, daß sie damit betrogene Leute sind, und statt erhöhter Sicherheit die letzte Frucht ihrer Betheiligung an dem Leben der Völker lauter Unheil zu werden droht. Noch ehe den Gefahren nicht mehr zu entfliehen ist, werden sie jetzt gewarnt, und die antisemitische Bewegung ist daher für die Juden in Wahrheit eine gnädige Führung Gottes, ein treuer Mahner, stille zu stehn und limzukehren, ehe es zu spät ist. Jene 13 Sätze der südrussischen Juden aber zeigen es, daß wenigstens da und dort Etliche im jüdischen Stamme die Ohren und die Augen aufzuthun beginnen, und daß die Friedensgedanken Gottes mit einer Anzahl unter ihnen zum Ziele kommen werden. Wie das Oelblatt, das die von Noah ausgesandte Taube in den Tagen der großen Fluth wiederbrachte, erscheint uns jenes Blatt mit den 13 Artikeln, die oben zu lesen waren. ES dämmert nun doch hier und da, wenigstens unter einer Anzahl unserer jüdischen Brüder, die Erkenntniß auf, daß die Wehrufe über die Antisemiten unter der heutigen Judenschaft nur vom Geiste der Unbußfertigkeit und der Verblendung eingegeben sind. In diesen 13 Sätzen fängt man doch an, das eigene Leben zu prüfen, fängt man doch an, die Augen für die eigenen Schäden aufzuthun, fängt man doch an, die gerechtesten Beschuldigungen nicht mehr blos niederzuschreien; das ist der Beginn eines Neuen und Besseren. Und ebenso heißt man nicht die Stimme mit Gewalt schweigen, welche es den Juden bezeugt, daß ihr ganzes Verderben aus ihrer hartnäckigen und selbstgerechten Verwerfung des SündcrheilandeS Jesu Christi fließt. Man verschließt sich hier nicht mehr völlig der Erkenntniß, daß der Name und die Person Jesu Christi die entscheidende Bedeutung für Israels Vergangenheit und Zukunft haben, und daß allein durch die gemeinsame Anerkennung Jesu Christi der Friede zwischen den Völkern und den Juden zu erreichen steht. Das alles ist freilich erst anfangsweise in jenen 13 Sätzen ausgesprochen und enthalten, aber ist doch in denselben in etwas bereits vorhanden, und das wollen wir als eine Weissagung für die Zukunft aufnehmen, als ein Friedensunterpfand für 6*