Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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82 werden in unseren Herzen und uns bringen werden eine Frucht der Gerechtigkeit und des Heils nnd wenden unser Herz, die Wahrheit und das Gute zu lieben; nnd alsdann wird auch das Herz der Völker und das Herz der Staatsregierung sich uns gütlich zuwenden, uns Bestand und Fortbestand unter den anderen Völkern zu gewähren, welche traulich unter dem Schatten europäischer Gesetze wohnen, die gegeben und geschrieben sind im Sinne dieses unseres Bruders, der sein Leben dahingcgeben hat zur Beglückung der Welt und zur Hinwegfegung des Bösen von der Erde. Amen. Wir möchten unsere Leser bitten, sich aus solchen und ähnlichen Kundgebungen, die jetzt aus der Mitte der Judenschaft her geschehen, die gegenwärtige Bewegung unter den Juden und gegen die Juden in ihrer eigentlichen Tragweite klar zu machen. Diese Bewegung wird von Antisemiten und Philosemiten, sogenannten Judenfeinden und Jndenfreunden gleich falsch verstanden. Die Judenfeinde haben nur den einen Gedanken, wie man die Juden möglichst bei Seite schieben könne; die Judenfreunde hingegen, wie der gegenwärtige unhaltbare Zustand, der innerlichst Getrenntes mit aller Gewalt zu einem Volke zusammenschweißen will, erhalten bleiben könne. Diese Freunde und diese Feinde streiten gleichermaßen wider Christum, seine Ehre und sein Reich, und der Sieg der einen wie der andern Partei würde daher von tiefverderblichen Folgen sein. Siegen die Judenfeinde der Gegenwart, dann feiert der fleischliche Rassenhaß seinen gottlosen Triumph; siegt die moderne Judenfreundschaft, dann bedeutet dies, daß die Völker aufhören wollen, dem Reiche Gottes und Christi zu dienen. Die Juden fahren alsdann um so mehr fort, jene unheilige Selbstvergötterung ihres Stammes zu treiben, die seit Christi Tagen ihre furchtbarste Sünde ist, und gehn eben deshalb Gerichten entgegen, welche sie bis auf einen kleinen edlen Rest, der sich bekehren und der Same eines neuen Gottesvolkes werden wird, hinwegraffen. Beides erfüllt jedes christliche Gemüth, das die Brüder liebt, mit tiefem Schmerz. Der HErr aber hat nicht Lust am Tode des Sünders, sondern will, daß er sich bekehre und lebe. Die antisemitische Bewegung soll dies besonders den jetzigen Juden predigen, sie soll dieselben aufrütteln, daß sie nicht die bisherigen Wege weiter gehen, welche