Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74' In meinem letzten kurzen Briefe? hatte ich Ihnen gemeldet,; daß ich eine Missionsreift mache»! würde?; Diesen Vorsatz. habe! ich, wie Sie sehen, durch Gottes Gnade, ftnd Beistand ausgefiührt/ Vor Allem aber danke ich dem-, allmächtigen Heiser und Retter/ daß er mir durchgeholfen hat durch die vielen Schwierigkeiten und Hindernisse, welche mir im Wegestanden. -Ans! dem Markt kaufte ich einen starken Esel für den;Transport der Büchersund Traktate.' Begleitet von unser», Mitarbeiter Goschn Merscha, verließ ich Dschcnda und kam gegen Abend nach Serako. Wir übernachteten bei einer jüdischen Familie, nahen Verwandten von Goschn Merscha, und redeten viel mit ihnen über das Heil; ihrer Seele, aber am Ende des Gesprächs sagten sie, daß sie im Mausten ihrer. Vchfty beharren würden. Schnell standen wir heim Morgengrauer, Ms, nahmen Abschied von dieser Familie.und schlossen uns einxm , zahlreichen Karananenzuge an, welcher in Gondar war und nach Agau ging. Jeder von diesen Kanfleuten trug auf seinem Kopfe 50 bis 60 Salzstücke, weil diese in Agau sehr theuer sind. Alle sprachep die Agau-Sprache, die meinem Ohr fremd klang;, Viele unter ihyen können die amharische Sprache nicht. Jeder , hatte in, seiner rechten Hand einen langen, dicken Stock- .uzn, wenn er Gelegenheit hierzu findet, todtzuschlagen und zu rauben. , Diese verdorbenen Leute schlagen um ein Stück Salz Jeden todt., ' - , , Ungefähr um 3 Uhr Nachmittags kamen wir,an die Zollstätte, Hier entstand zwischen der Karavqne und den Zöllnern ein , großer Spektakel. Elftere wollte verborgen die Zollstätte umgehen,, und die Letzteren wachten sehr streng,- damit Keiner durchginge. ' Die Zöllner schlugen Jeden, der durchgehen wollte, mit Stöcken, nahmen ihm seine Salzstücke und zerrissen sein Kleih., Das Geschrei und das Weinen dieser Leute machte auf mich ,einen tiefen Eindruck, denn ich sah, daß es keine Ordnung und. Redlichkeit unter ihnen zieht. Am Abend kamen wir nach, tzntmasargia, das. von vielen Bergen und Wälder» umgeben ist.. In hicftm unangenehmen Ort wohnt Niemand, denn es ist ein Räuberort. Mein Diener suchte Holz und machte Feuer. Wir aßen trockenes Rita (Brot) und tranken Wasser; nach dieser Mahlzeit kauten wir Schimbira und hockten um das Feuer, denn es war sehr kalt. Ich' erzählte meiner Reisegesellschaft Vieles ausI Europa, was Alle gexn hörten. Die ganze Nacht mußten wiv machen/,. wc.il''in'! diesem Ort'viele