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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 5-6 (1884) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
5-6 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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73 dem Gebra Heiwot eine Anzahl Bücher und Traktate verthcilt hatte, verließ er mit seinen zwei Begleitern den Berg. Letztere waren hoch erfreut, daß ihre Bücherlast um ein Bedeutendes erleichtert worden war. Der Missionar aber ließ den erzürnten Priestern noch sagen, er werde über'S Jahr wiederkommen; ihre Schimpfworte und Verwünschungen achte er nicht, ihm sei eS darum zu thun, ihre unsterblichen Seelen für den Heiland zu gewinnen, weil er au» eigenster Erfahrung wisse, daß ohne ihn kein Mensch selig werde. Alamh und Lena beschreiben die grausame Behandlung, die sie von den königlichen Soldaten erdulden mußten. Wiederholt bekamen sie je 12 Mann Einquartierung, welche nicht allein mehrere Tage bei ihnen aßen und tranken, sondern durch Foltern Jedem 9 Thaler — 36 Mk. auspreßten, und als sie weiterzogen, die übrige Frucht mit sich nahmen, so daß die Missionare und ihre Familien ihrer Nahrung für die Regenzeit beraubt waren. Die armen Leute, entblößt vom Nothdürftigsten, hatten nach Abgang der Soldaten nichts mehr als Thränen. »Wir setzten uns mit unser» Familien auf die Erde und weinten zusammen!« schreibt Alamy. — Später wandten sie sich an den König Johannes um Schutz gegen die Soldaten, fanden aber kein Gehör. — Die größere Anzahl der Proselyten in Dagusa hat ihre Wohnungen verlassen und sich in die Tiefländer geflüchtet. Nicht nur die Falascha, sondern auch die abessinischen Christen werden immer gehässiger gegen unsere Proselyten, weil sie keine Abessinier, sondern protestantische Christen seien, die Kirchen nicht küssen und die Maria und die Heiligen nicht anbeten. Die Schulen in Dagusa, Asseso und Dschenda konnten mit etlicher Unterbrechung fortgesetzt werden. In Dschenda brannte dem Lehrer sein Wohnhaus sammt der Hütte, in der er 14 Knaben unterrichtete, nieder. Er baute wieder, bittet aber um eine kleine Unterstützung, da er aus den brennenden Häusern nichts mehr retten konnte. Die zwei Falascha-Priester, welche vor neun Jahren getauft wurden, bitten als Lehrer oder Evangelisten angestellt zu werden. Argawi berichtet über seine Wanderung durch die Länder Wondige, Atschäfer und Agan vom 4. März bis 14. April 1883:

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