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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 5-6 (1884) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
5-6 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 Da bemerkten Deine Freunde und Pathen, daß Du das strenge Leben im Karmeliter-Kloster nicht lange werdest ertrage» können und bereits in der Gefahr stündest, körperlich untrrzugehen. Sie hießen Dich also das Kloster verlassen, und auch die Oberen desselben erkannten es, daß Du für ihren strengen Orden zu schwach seiest. Man hatte Dich aber lieb und wollte Dich darum dem geistlichen Berufe erhalten. Deshalb sandte man Dich nach Rom, damit Du in dem dortigen Collegium Germanicum der Jesuiten als ein sogenannter weltlicher Hörer zum Missionar unter solchen Christen vorbereitet würdest, welche außerhalb der römischen Kirche leben. Aber in dem Hause, das Du in Rom bewohntest, lebte ein evangelischer Maler aus Deutschland. Mit diesem kamst Du des Oeftern auf Sachen des Glaubens zu sprechen; und als Du nun voll Eifers ihm seine protestantischen Jrrthümer Nachweisen wolltest, zeigte er Dir vielmehr Schritt für Schritt, daß Du in der römischen Kirche gar vielfach auf Irrwegen einhergingest. Er sagte Dir auch, daß er selbst den geraden Weg zu Gott gefunden habe, und Du hingegen fortwährend an der Hand der Priester und Heiligen bleiben müßtest, die Dich nicht stracks hin zum Herzen Deines GotteS und Heilandes kommen ließen. Das stach Dir in Dein Herz; Du flehtest zur Jungfrau Maria und zu dem heiligen Joseph, Du schrieest zu allen Heiligen, sie sollten Dir den rechten Weg zeigen und allen Zweifel aus Deinem Herzen bannen, aber Du fandest keine Ruhe mehr in Dir. Doch jetzt hatte der HErr die Stunde versehen, daß Du von allen Irrwegen hinweggeführt und auf die einige Straße gebracht werden solltest, welche der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und die Jesus Christus ist ganz allein. Aus der Heimath kam an Dich der Ruf, Dich zum Militär zu stellen, und dieser Ruf wurde Dir ein Wink Gottes. Du gingst nach HauS und Du vertrautest dort die Zweifel und die Unruhe Deiner Seele einem evangelischen Geistlichen. Der fühlte ein herzliches Mitleid mit Dir, wußte aber wohl, daß Du in Deiner Heimath der Wahrheit in Ruhe und Frieden nicht würdest nachforschen können. Darum rieth er Dir, nach Breslau zu gehen und dort Deinen Durst nach Wahrheit zu stillen. So bist Du hierher, so zu mir gekommen. Fünf Monate weilst Du nun in unsrer Mitte, fünf Monate bist Du täglich von

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