Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 3-4 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56 nach rabbinischem Gesetz zu seinem Unterhalt durch Handarbeit bei. Obschon er nun geistliche Ruhe und Freude genoß, so vergaß ihn der Feind, wie erwartet werden konnte, nicht; und seine früheren Gefährten waren darüber, daß er ihre Wege verließ, so wüthend, daß einer etliche Tage eine geladene Pistole bei sich trug und auf eine Gelegenheit wartete, da er ihm das Leben nehmen könnte. Dies erschreckte ihn aber nicht, und am 14. April 1830 wurde er vom damaligen Bischof von London mit elf anderen Pfleglingen des Asyls getauft, und nahm von einem seiner Taufpathen, Rev. Heinrich Colborne Ridleh, den Namen Ridley an. Mehrere Freunde, in deren Familien er durch seine interessanten Schriftauslegungen ein Gegenstand großer Bewunderung geworden war, drängten ihn nun, sich in der Hochkirche ordiniren zu lassen; aber Gewissensskrupel standen ihm im Wege, und er zog es vor, wenigstens für jetzt noch in das obgedachte Institut sich zurückzuziehen, wo er seine frühern einfachen Beschäftigungen aufnahm, und daneben das Wohl seiner jüdischen Brüder auf verschiedene Weise zu befördern sich bestrebte. Im September 1831 heirathete Herschell Fräulein Mowbray, die Tochter eines Kaufmanns in Leith, die nun 22 Jahre lang die treue, weise und liebende Gefährtin auf seiner mühe- und verleugnungsvollen Laufbahn wurde, indem sie freiwillig jegliche Kraft ihres hochgebildeten Geistes und die ganze sic kennzeichnende Energie und Lauterkeit ihrer Seele dem großen Gegenstand widmete, der ihr zunächst am Herzen lag, der Verherrlichung Christi im Heile Israels. In den nächsten paar Jahren finden wir Ridley Herschell, wie er ein Asyl für Juden in Woolwich zu gründen sucht, in welches er binnen anderthalb Jahren mehr denn hundert aufnahm und sein Bestes that, um für ihre zeitlichen und geistlichen Bedürfnisse zu sorgen; während seine Frau nicht nur als Missionarin unter ihnen wirkte und ihnen oft die hebräische Bibel vorlas und auslegte, sondern auch manchmal mit eigener Hand ihr Essen zubereitete. Ein solches Unternehmen wie dieses war natürlich mit vielen Beschwerden verbunden, und bisweilen mußte sie Alles aufbieten, um das Gemüth ihres Mannes in seiner bedrängten Lage aufrechtzuerhalten. Als er jedoch einmal niedergedrückt war, wurde er auf eine gar eigene Weise aufgeheitert. Seine Auf-