Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 3-4 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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55 des sozialen Lebens. Und ich möchte feierlich und ernstlich alle bitten, die dies lesen, sie seien Juden oder Nichtjuden, fleißig zu untersuchen, ob sich das nicht wirklich so verhält, ob cs nicht wirklich wahr ist, daß, wenn Jemand von Neuem geboren wird, er das Reich Gottes nicht sehen kann. (Joh. 3, 3.)" Ehe es aber, so heißt es weiter, zur wirklichen Entscheidung für Christum bei ihm kam, hatte er in seiner inner« Noth vergeblich Hilfe bei einem römischen Erzbischof gesucht. Doch obschon cs weder dem Prälaten noch einem ausgezeichneten Laienglied des Jesuitenordens, dem er zum Unterricht übergeben worden war, gelungen war, seiner beunruhigten Seele Frieden zu bringen, so weckte schon die Thatsache, daß er dem Ehristenthum nachforschte, auf einmal den bittersten Zorn bei seinen Verwandten auf, und sie entzogen ihm alle ferneren zeitlichen Unterstützungsmittel. Eines Nachmittags, nachdem er auf den elhsäischen Feldern in Verzweiflung umhergegangen war und er den ganzen Tag keine Speise gekostet hatte, kehrte er in sein Logis zurück, um irgend etwas zu suchen, wofür er einen Bissen bekommen könnte. Da fiel sein Blick auf einen Brief, den er vor langer Zeit von London gebracht und den seine frühere Gastwirthin an eine christliche Frau geschrieben hatte, die ein achtbares Kosthaus in Paris hielt. Als er nun denselben als Empfehlungsbrief benutzte, wurde er freundlich bewillkommt, und wahrscheinlich war es eben an dem Abend, da er unter ihrem Dache Aufnahme erhielt, daß er auch zuerst Ruhe in Christo fand. Es wurde ihm nun sehr empfohlen, eine Heimath in England zu suchen; und während er die Frage erwog, wie er die Mittel erlangen könnte, um dorthin zu gelangen, erhielt er von seiner edelmüthigen Gastwirthin ein Geschenk von 250 Franken sammt Briefen von einigen seiner Mitkostgänger, durch deren Ueberreichung er mit verschiedenen christlichen Personen in England bekannt wurde, welche auch nicht ermangelten, ihm Freundschaft zu erweisen. Im Jahre 1828 trat er in ein Institut für jüdische Konvertiten und Juquirer (wahrheitforschende Juden) in London, das unter der Leitung des Hn>. Erasmus Simon, eines Judenchristen, und unter der Oberaufsicht eines Komitos stand, von dem der Bischof von London ein Mitglied war. Hier widmete er sich besonders dem Studium des Neuen Testamentes, und trug zugleich