Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 3-4 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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52 als Lehrer in drei Sprachen, der hebräischen, deutschen und polnischen, zu erhalten wünschte, wurde er in einer jüdischen Familie als Lehrer von zwei kleinen Zöglingen angestellt. Hier brachte er zwei Jahre zu, und nachdem er eine Zeit lang in seines Vaters Haus zurückgekehrt war, begab er sich, 14 Jahre alt, an den früheren Wohnort seines Großvaters Hillel, um sich da unter einen Rabbi Aaron zu stellen, einen von der Sekte der Chasidim, die »in jeder Schilderung, in jeder Geschichte einen symbolischen, allegorischen oder cabbalistischen Sinn suchen und finden«, so daß sie die ganze Bibel vergeistigen. Zwei Jahre gingen bei dieser Art Studium vorüber, sie endeten mit einer ernstlichen Krankheit, die durch den ungesunden Zustand der Nachbarschaft veranlaßt wurde und ihn noch einmal in sein elterliches Haus führte. Wir sehen ihn darauf die fremden Einflüsse des Universitätslebens in Berlin bestehen, und dann um 1825 zu Fuß nach Hamburg sich begeben, einen Weg von 200 (engl.) Meilen. Als ihm aber seine Füße zu weiterm Marsch zu weh thaten, besinnt er sich, wie er mit einem Kutscher, der eine Dame und einen Herrn nach Hamburg führte, ein Abkommen treffen könnte, um einen Sitz auf dem Kutscherbock zu bekommen, wenn der Herr seine Einwilligung geben würde. Dies führte zu einer Unterredung mit dem Herrn, Namens Heintz, der einen solchen Gefallen an ihm fand, daß er ihn einlud, im Innern des Wagens einen Sitz einzunchmen, ihn in Hamburg freihiclt, seine Fahrt nach England bezahlte und ihm Empfehlungen an etliche seiner Bekannten in London gab, und unter andern eine an den Herzog von Wellington, die aber Haim, wie es scheint, nie gebrauchte. Von Hamburg erreichte er nach siebentägiger Reise die englische Hauptstadt, die nachher seine Heimath und sein Arbeitsfeld wurde. Danach ist er wieder in Berlin und dann in Paris, wo er, während er ein lustiges und gedankenloses Leben führte, durch den Tod seiner geliebten Mutter in tiefen Schmerz versetzt wurde, und dieser, zusammt einer zweiten Krankheit, führte zu einer mächtigen Gewisscnscrweckung. In Bezug auf diese Zeit sagt er: »Ich hatte weder Ruhe noch Rast. Ich konnte mit Hiob sagen: „Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, derselben Grimm säuft aus meinem Geist" (Hiob 6, 4).« Und nun war der Tag da, wo die große Krisis in seiner Geschichte