Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 3-4 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Christen; er nannte die Aufklärer eine Pest des Menschengeschlechtes. Was seine weiteren Schicksale nach der Taufe betrifft, so besagt das Prenzlauer Taufregister, daß er zunächst Lehrer des Französischen an der Stadtschule in Prenzlau und später in Stettin war. Er war verheirathet, blieb aber kinderlos. In jener Zeit des siegreich vordringenden Rationalismus hat dieser Proselyt zu den treuen Bckennern und Verkündigern des Evangeliums von dem die Sünder seligmachenden Heiland gehört. Nidley Haim Herschell. Die Geschichte der Bekehrung dieses ausgezeichneten Prosclytcn ist schon in einem Traktate der Baseler Freunde Israels »Führungen eines aufrichtigen Proselytcn«, 1845 erschienen; sein ganzes Leben beschrieb Jewish Heralcl 1869 S. 49 f. 65 f. und hiernach in Ucbcrsetzung «Der Freund Israels« in Basel, Siebentes Heft 1869 S. 209 f-, Achtes Heft S. 225 f. Den letzteren Quellen folgt unser Bericht. Die Jahre 1806—1808 waren denkwürdige Jahre in der preußischen Geschichte. Napoleon war auf der Höhe seiner Macht und ganz Deutschland zu seinen Füßen. Nach der Schlacht bei Jena wurden die befestigten Städte von Preußisch-Polen mit französischen Soldaten besetzt; und als nach dem Siege bei Eylau Napoleon seine Armee Winterquartiere beziehen ließ, wurde die Kavallerie in die Städte und Dörfer längs des Wcichselthales, von Thorn bis zur Ostsee, postirt, da denn die Lebensmittel für diese Truppen von den Einwohnern der eingenommenen Bezirke erpreßt wurden. So ereignete es sich, daß im Frühjahr 1807 ein französisches Lager zu Strzelno aufgeschlagen wurde, einer kleinen Stadt, ungefähr 30 (engl.) Meilen von Thorn und inmitten eines Landbezirks gelegen. Beim Herannahcn der fremden Armee floh der größere Theil der Bewohner zur Sicherheit in die größer» Städte; denn das Eigenthum und sogar das Leben waren in den entfernteren Bezirken kaum sicher, und der ungeordnete Zustand des Landes machte die Verbindung fast unmöglich, selbst zwischen Ortschaften, die nicht sehr entfernt von einander waren.