Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 3-4 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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39 seit der Reformation verflossenen Jahrhunderten an. Ihre Heimath ist Deutschland, die Schweiz und Frankreich. Es befinden sich unter ihnen Vertreter des Fürstenstandes und des Adels, Gottesgclchrte und Weltgelchrte. Neben Gliedern der reformirten Konfession kommen auch Lutheraner vor. Aber in einem Stück treffen diese verschiedenen Menschen mit einander zusammen: alle haben ein Herz für Israel, alle sind »Philosemiten« im besten Sinne des Wortes. — Der Herausgeber wünscht, daß sich die Freude, welche er bei der Zusammenstellung dieser Notizen empfunden hat, den Lesern mittheile. I. Aus dem 16. Jahrhundert. 1. Ambrosius Blaurer (1492 — 1564). Von diesem Reformator von Konstanz, der auch auf die Gründung der evangelischen Kirche Schwabens einen bedeutenden Einfluß ausübtc, erzählt Gregor Mangolt: »Uebcr daß er in seinem Leben Viele zu Christo gebracht hat durch seine Predigten und christliche Sendbricfe, hat er zuletzt, als er nicht mehr predigte, einen jungen gelehrten Inden vom jüdischen zum christlichen Glauben gebracht, welcher zu Winterthur nachmals auf sein Bekenutniß getauft ist worden, auf Sonntag den 11. März 1564. Sein Name ist Aaron Ulrich Levita.« (Presse!, »A. Blaurer«, Elberfeld, 1861. S. 152.) 2. Jakob Andrea (1528—90). Der berühmte lutherische Theologe, durch dessen eifriges Wirken die Abfassung der Konkordieuformel zu Stande gebracht wurde, kam im Jahre 1556 nach Weißcnstcin, um hier zu reformiren. Da wurde er Zeuge von der grausamen Bestrafung eines jüdischen Diebes. Als derselbe unter seinen Qualen hebräische Psalmen betete, legte ihm A. die wichtigsten christlichen Lehren dar und ermahnte ihn, an den Heiland zu glauben. Der Jude ergriff in der Todesnpth den Lebensfürsten und begehrte die Taufe. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Dann erlitt er geduldig, was seine Thaten werth waren. (Württ. Kirchen- und Schulblatt, 1880. Nr. 36/7.) 3. Philipp von Mornay (1549—1623), einer der edelsten Hugenotten, als Kriegs- und Staatsmann ebenso wie als Schriftsteller tüchtig, Gouverneur von Saumur. Zur Beantwortung