Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 1-2 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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27 reist. Er erklärt sein Verlangen, ein Christ zu werden. Die gütige Magistratsperson beauftragt einen Polizisten, einige Geistliche ausfindig zu machen, welche den jungen Menschen aufnchmen und unterhalten möchten. Einer nach dem andern schlägt es ab, bis zuletzt das Haus des Missionars erreicht wird und dessen Thüren ihm sich öffnen. Von diesem Manne ist der junge Jude ordentlich unterrichtet und zur Taufe gebracht worden. Wenige Jahre später ging ihm sein Vater in der Hoffnung nach, ihn zum jüdischen Glauben zurückzuführen. Durch Gottes Segen jedoch gelang es dem Sohne, den Vater zu überzeugen, nnd er wurde auch selbst ein Christ. Wieder einige Zeit später reisten zuerst der Vater, dann auch der Sohn nach England und hierauf nach Amerika. Im Jahre 1873, mehr als ein Vierteljahrhundert nach diesen Ereignissen, sprach ein Herr in London, 16 länvolns Inn Fields, vor und hinterließ daselbst ein ansehnliches Geschenk als Dankopfcr für den Segen, den er durch die Londoner Mission erfahren hatte. Der junge polnische Jude, der durch M'Cauls Buch zu Christo geführt wurde, war Besitzer einer großen Druckerei in Amerika und der Mittelpunkt reichen Segens für den Ort, au dem er wohnte. So wirkt das Testament von Jane Parmintcr nun schon Jahrzehnte lang weiter fort. Ahasver, der ewige Ände, hat auch durch einen der bedeutendsten russischen Dichter unseres Jahrhunderts, Joukoffsky, seine Bearbeitung gefunden, und dieselbe liegt nun in deutscher Uebersetzung (2. Anfl., Oppeln, Eugen Frank) vor. Diese Uebersetzung selbst ist so meisterhaft, daß man leicht die Dichtung für ursprünglich deutsch geschrieben halten könnte. Die poetische Kraft Joukoffskys ist eine ungewöhnliche, und viele Stellen sind tief ergreifend. Er hat das Gedicht aber nicht zu Ende führen können, sondern ist zuvor vom Tode ereilt worden, 1852- Eigenthümlich ist seine Behandlung der Sage. Joukoffskys Ahasver wird nämlich nach langem Widerstreben durch den Apostel Johannes bekehrt und getauft. Nun bleibt zwar das Verhängniß für ihn bestehen, daß er, welcher den unter der Last des Kreuzes