Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 1-2 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Christenthum« Viele aus dem Schlafe geweckt und entscheidend z. B. auf Legh Richmond, den Verfasser der »Chronik des Armen«, der hernach ein besonderer Fürsprecher der Judenmission wurde, eingcwirkt. Damals standen ein Charles Simeon, Henry Venn, Marsden, der nachmalige Maori-Missionar, Thelwall, welcher später Judenmissionar in Holland wurde, Martyn, Thomason und Corrie, die später in Indien wirkten und starben, auf, und diese Zeit war auch die Zeit der Geburt jenes großen Missionswerkcs, welches nun in unserem Jahrhundert eine so bedeutende Macht geworden ist. In diesen Tagen besuchte ein frommer Geistlicher das Hans eines Arztes und hörte dort einen Kranken zu sich selbst sprechen: »Die Ehre Gottes, die Ehre Gottes! Was soll das bedeuten?« Der das sagte, stand in seinen besten Jahren und war ein viel gesuchter und feingebildeter Advokat. Zwei Jahre vor dem Besuche dieses Geistlichen war er zum einzigen Erben eines Mannes erklärt worden, welcher jährlich mehrere tausend Pfund Sterling Einnahmen bezog. Das Testament, welches ihn zum Erben einsetzte, lautete recht merkwürdig: »Ich vermache dem Herrn Advokaten Lewis Way Esquire mein ganzes persönliches und Landeigenthum zur Ehre Gottes«. Der Testator dieses sonderbaren Vermächtnisses, auch ein Lewis Way, war nicht einmal entfernt mit dem Advokaten verwandt. Etliche Jahre vorher aber hatte der letztere seine Erholungszeit in der Nachbarschaft der Wohnung jenes alten Herrn zugebracht und eines Sonntags in den Kirchstühlen desselben, die sonst nur er selbst und seine Tochter einnahmen, sich niedergelassen. Beiden war der Advokat völlig fremd. Die ganze Erscheinung desselben aber und hernach auch die Uebereinstimmung der Namen zogen die Aufmerksamkeit des alten Herrn auf sich, so daß Jener den Juristen zu sich einlnd. Ja am Ende seines Besuches sprach der Alte dem Advokaten sein Bedauern über seine baldige Abreise aus und erklärte ihm, daß, wenn er Neigung dazu empfände, seiner Tochter einen Antrag zu machen, er ihm nicht im Wege stehen würde. Der jüngere Lewis Way, völlig unvorbereitet ans eine solche Bertrauensäußerung, brach in Thränen ans, gewann alsdann aber seine Fassung wieder und dankte seinem Wirthe herzlich, lehnte jedoch höflich die ihm zngedachte Ehre ab. Nach dem Grunde