Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 1-2 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Sein Blatt enthält unter anderem einen interessanten Artikel, den wir in der Hauptsache mittheilen wollen. Derselbe ist ein Beitrag zur Kenntniß der ersten Geschichte der Judenmission unseres Jahrhunderts und trägt die Ueberschrift: Jane Parminters letzter Wille. Am 6. November 1811 starb Jane Parminter, eine in der Welt längst vergessene Frau. Während ihrer Lebenslage war sie sehr wohlthätig und eine große Freundin der Inden. Als man nach ihrem Tode ihr Testament öffnete, fand man in demselben eine Bestimmung in Betreff einer Gruppe von Eichen in ihrem hübschen Landsitze A la Ronde, zwei Meilen von Exmouth in Devonshire: »Diese Eichen sollen bleiben, und keine menschliche Hand sich gegen dieselben erheben, bis Israel wieder in das Land der Verheißung zurückkehrt.« Diese wenigen Worte sollten große Folgen haben. Etwa drei Jahre vor ihrem Tode waren, am 15. Februar 1809, einige treue Christen in London versammelt, um das Elend der Juden zu lindern und ihr geistliches Wohl zu befördern. 5 Jahre lang predigten sie ihnen Christum in der Hauptstadt. Sie gründeten Schulen für ihre Kinder und eröffneten eine Anstalt für ihre Armen und Verfolgten. Durch die Hände frommer Seeleute, Kaufleute, Aerztc, Universitätsprofessoren und Pastoren verbreiteten sie tausende von Traktaten und Flugblättern unter den Juden von ganz Europa. Zuletzt druckten sie auch die hebräische Bibel und veranstalteten eine hebräische Uebersetzung des Neuen Testaments, die unter den Juden des ganzen Erdkreises verbreitet wurde. Dann kamen aus Holland, Deutschland, Rußland, Polen, Afrika und dem Morgenlande Bitten um Missionare. Aber die Arbeit von 5 Jahren hatte die Mittel der Gesellschaft erschöpft, und die Schuldenlast, welche sie auf sich geladen hatte, drohte sie zu erdrücken. Da sollte das Testament von Jane Parminter das Mittel werden, um dieses Werk neu zu beleben. Das Ende des vorigen Jahrhunderts hatte eine mächtige religiöse Bewegung in England hervorgerufcn. Besonders hatte die Schrift von William Wilbcrforce: »Eine praktische Ansicht vom, 2*