Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 1-2 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Diese tiefinnerste Ueberzeugung von der seligmachenden Kraft deS Evangeliums ist der Boden, aus welchem unser Jnstitutum erwachsen ist und auf welchem es steht. Und diese Ueberzeugung läßt sich nicht bange machen durch allerlei Einwände von Erfolglosigkeit, und wie sie alle heißen mögen. Wir wissen, daß unfern Vätern dieselben Einwände gemacht worden sind, als sie hinauszogen, die Heiden zu bekehren; wir bleiben dem Vorbild des Apostel Paulus getreu, der da suchte, wenn auch nur etliche, zu reizen, daß sie selig würden. Dies das Wesen des Jnstitutums. Aber auch von seiner Bedeutung dürfen wir reden. Denn wenn, wie wir zu Gott hoffen, überall auf den deutschen Universitäten die Flamme der Begeisterung für unsere Ziele emporglüht, welche Bedeutung wird das für die Judensrage haben? Diese, daß die für die Menschheit wie für unser Vaterland so außerordentlich wichtige Frage nicht nach natürlicher Sympathie und Antipathie, nicht allein vom nationalen und Rassenstandpunkt, sondern — auch in der Studentenschaft — vom christlichen Standpunkt, von dem nicht einer weichlichen, aber doch wahrhaften Liebe betrachtet und angefaßt wird. Und wenn unsere Instituts. der unmittelbarste Ausdruck einer lebendigen Ueberzeugung von der weltüberwindenden Kraft unseres Christenglaubens sind, von welcher Bedeutung können sie für eine Regeneration und Wiederbelebung unserer evangelischen Kirche werden, wenn das in unfern kleinen Kreisen wechselseitig ausgetauschte religiöse Leben und angczündete Liebesfeuer auch in die Adern des studentischen und kirchlichen Organismus hineinströmt! Und welches sind nun unsere Aufgaben für das neue Semester? Zunächst die, daß wir mit allen Kräften als Streiter unseres HErrn Jesu Christi muthig einstehn für unsere Ueberzeugung und sie zu verbreiten suchen in unserem Privatverkehr. Sodann, daß wir dieser so hochwichtigen Angelegenheit, die der Unterstützung noch so sehr bedarf, auch einige Stunden Zeit zum Opfer bringen und unserer kleinen Gemeinschaft rechte Treue bewahren. Freilich werden wir unserem Panier recht froh nur folgen können, wenn wir nicht auf unsere Kraft vertrauen, sondern unsere Sache ganz dem HErrn überlassen und in seinem Namen den Anfang machen; wenn wir nicht vermeinen, ein außerordentliches, hochgeistliches Werk zu treiben, oder uns nur von der Begeisterung treiben lasten 2