Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1884-01-01 · 1-2 (1884) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
1-2 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554906-2554908--08145-2564165
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16 Ansprache im Sreslauer Insiitutum Judaicum von stucL th. Blindolv. Geehrte Gäste und liebe Freunde! Sie erlauben mir wohl, daß ich bei dem Beginn des neuen Semesters einige Worte über das Wesen und die Bedeutung unseres Jnstitutum vorausschicke und kurz unsere Aufgabe vor Ihre Augen stelle. Wie alle unsere so rasch und fröhlich emporblühende Brüdervereinigungen in Leipzig, Halle, Erlangen, Greifswald, Dorpat und Christiania, haben auch wir das Ziel, unter gemeinschaftlichem Gebet für Israels Heil dahin zu wirken, daß wie jetzt so besonders in der kommenden Generation die Erkenntniß durchdringe, daß die Mission an den Jude» der Wille des heiligen Gottes und daher auch eine Pflicht der Christenheit und unserer evangelischen Kirche ist. Wir wollen aber auch durch eingehende Beschäftigung mit Sitte und Geschichte des jüdischen Volkes uns selbst in den Stand setzen, später einmal in unserem künftigen Berufe, es sei in welchem eö wolle, den auf unsrem Lebcnspfade uns begegnenden Juden unfern theuren Glauben in fruchtbarer Weise entgegenbringen zu können. Wir wissen wohl, daß man über unsere Bestrebungen ungläubig den Kopf schüttelt. Aber diese Opposition gegen die Judenmission stammt doch meist aus solchen Kreisen, in welchen mau es mit dem Christenthum nicht ernst meint; wo man uns belehren will, daß ja die Juden auch den einen Gott verehren, daß man sie daher ruhig bei ihrem Glauben lassen und nicht Unfrieden in die Häuser, Zweifel in die Herzen bringen solle. Doch können wir als Christen, können wir uns als Theologen dabei beruhigen? Nein, wer jemals erfahren hat, wie selig es ist, einen Heiland und Erlöser zu haben, wer da weiß, daß wir nur in ihm Frieden, Versöhnung und Seligkeit finden können, wer es weiß, wie traurig und öde es in einem Herzen aussieht, in welchem er nicht lebendig ist, der kann nicht anders, er muß auch den Juden den Friedefürstcn nahebringen; er weiß, daß das Evangelium eine Kraft Gottes ist, selig zu mache» alle, die daran glauben, vornehmlich die Juden und auch die Griechen; er weiß, daß der Missionsbefehl: »Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des NaterS und des Sohnes und des heiligen Geistes!« auch für die Juden gilt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.