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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 1-2 (1884) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
1-2 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 verwickelt worden war; und cs ist ihm dann selbst immer von Neuem zum Staunen geworden, daß er aus der Erfahrung seines Lebens sprechen und bekennen konnte: «Hier ist nicht Jude noch Grieche, sondern sie sind allzumal Einer.« Wie aber das geschehen konnte, davon redet er mit dem einzigen Worte: „in Christo!" Das Bekcnntniß und Zcuguiß nun wollen wir Missionslcntc fort und fort vor die Leute tragen. Antisemiten und Philosemiten, Judenfeinde und Judcnfrcuude, Christen und Juden sollen dasselbe von uns in gleicher Weise hören; und wir haben um so mehr guten Mnth hierzu, als wir genau wissen, daß sich zuletzt, nachdem alle eigene Kraft zerbrochen und alle eigene Weisheit erschöpft ist, die Herzen von Christen und Juden gleicherweise dieser Erkenntniß öffnen werden. Ja, cö soll nicht schweigen. Das ist der besondere Vorwurf, den wir dem Mittelalter und auch der großen Menge der heutigen Christen, den wir selbst unserer eigenen evangelischen Kirche machen iniisscn, daß sie alle den Zeugendienst am Evangelium den Juden gegenüber gar zu sehr vergessen und es eben deshalb auch so wenig haben erfahren können, wie dieses Evangelium eine Kraft ist, die Juden vornehmlich selig zu machen. Selbst mit seinen letzten Kräften, nämlich durch die Wirkungen der von ihm ansgcgangenen Kultur der Völker hat dieses Evangelium Großes an den Juden ansgcrichtet. Es hat dadurch das talmudische Jndenthum im Innersten erschüttert und überall zu stürzen begonnen; es hat ebenso durch die christliche Knlturmacht viele Gemüther der Inden so tief beeinflußt, daß sie zur christlichen Kirche übertrateU und die Zahl der Jndenbckehrnugen in diesem Jahrhundert die aller früheren übertrifft. Waö würde also die Folge sein, wenn das Evangelium nicht 'vor Allem in diesen seinen mittelbaren Wirkungen, sondern unmittelbar mit seinem Geistes- und Gewisscuszeugniß überall an die Herzen der Juden herangebracht würde! Diejenigen, welche dies bisher versuchten, haben es stets von Neuem erfahren, daß wahrhaftig Christus aller zumal ein Herr ist, und darum laden wir alle Jünger Christi ein, daß sie mit uns die Größe der herzbczwingendcn Macht Christi an den Inden kennen lernen. . Wir sehen alle den tiefen Schaden, welchen der gegenwärtige

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